Nachtkritik: „Werther“ im Stuttgarter Staatstheater Buhrufe für das Regieteam der Goethe-Oper

Szene aus der „Werther“-Produktion in Stuttgart. Foto: Staatstheater/Philip Frowein
Szene aus der „Werther“-Produktion in Stuttgart. Foto: Staatstheater/Philip Frowein

In der Staatsoper Stuttgart glänzt und betört Jules Massenets Musik. Die Regie für die Goethe-Oper bewegt sich zwischen Kapitulation und Kitsch.

Kultur: Susanne Benda (ben)
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Stuttgart - Das Orchester sitzt im Bühnenhintergrund. Im Vordergrund: eine weiße, runde Fläche, die ins Parkett hineinragt. Darauf inszeniert Felix Rothenhäusler am Sonntagabend in der Stuttgarter Staatsoper Jules Massenets Goethe-Oper „Werther“ als Spielfeldstudie: Die Bühnenfiguren, auffällig gewandet in Weiß, Blau und Grün, gehen im Kreis oder nehmen die Diagonale. Eine Berührung gibt’s nur ein einziges Mal. Hinzu kommt der Titelheld als Prototyp des ewigen Liebhabers mit einem Rosenstrauß in der Hand. Am Ende, nachdem es Rosenblätter geregnet hat, stirbt er auf diesen einen ziemlich kitschigen Tod.

Buhs für das Regieteam

Immerhin kann man die Musik genießen: Marc Piolletdosiert das Pathos, sorgt für viel Klarheit und Struktur, und das Staatsorchester glänzt als Ganzes wie bei den vielen solistischen Stellen. Sängerin des Abends ist Rachael Wilson als Charlotte, die den guten, sehr italienischen Werther von Arturo Chacón-Cruz in Sachen Differenzierung und Darstellung in den Schatten stellt. Gut singen auch Shigeo Ishino als Amtmann, Pawel Konik als Albert sowie Mitglieder des Kinderchors. Buhs für das Regieteam, viel Jubel für die Musik.




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