Nachtrag zum Weltfrauentag Grüße aus dem Bügelzimmer

Klare Ansage mit Witz: gesehen auf einer Demonstration in Berlin. Foto: Christoph Soeder/dpa

Kolumnist KNITZ über einen Gedenktag, der am vergangenen Wochenende für seinen Geschmack etwas zu kurz kam.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir müssen über den vergangenen Sonntag reden. Keine Sorge, jetzt kommt keine dezidierte Wahlanalyse. Das können andere besser. So was gibt es an anderer Stelle in der Zeitung.

 

KNITZ weiß nicht, ob es Ihnen überhaupt aufgefallen ist, am Sonntag war nicht nur Landtagswahl, sondern auch Weltfrauentag. Überall, wo das politisch möglich ist, gingen Frauen auf die Straßen, um für ihre Rechte einzutreten. Oft waren auch Männer dabei. KNITZ konnte leider nicht mitdemonstrieren: Er musste die Wohnung saugen, das Bad putzen, die Wäsche bügeln. Tätigkeiten, bei denen viele Männer vor Generationen noch behauptet hätten, dass das die Arbeit von Frauen sei.

„Sperrt die Männer weg!“ – KNITZ macht den Anfang

Vielleicht, hat KNITZ überlegt, war sein Tun daheim im Sinne vieler Frauen zielführender, wie wenn er mit ihnen auf die Straße gegangen wäre. „Sperrt die Männer weg!“, stand auf einem Pappkarton, den eine Frau in Hamburg vor sich hertrug. KNITZ findet, der daheim mit Hausarbeit beschäftigte Mann könnte ein Anfang sein.

Hätte es einen Wettbewerb der besten Demo-Sprüche gegeben, dann läge nach dem Geschmack von KNITZ die Teilnehmerin einer Kundgebung in Berlin vorn: „Das Patriarchat geht mir auf die Eierstöcke.“ Wäre das nicht eine Goldene Bärin wert?

In Berlin ist der Weltfrauentag ein Feiertag

KNITZ muss gestehen, dass er erstmals bei einem Besuch in Berlin mit dem Weltfrauentag konfrontiert wurde. Dort ist der Weltfrauentag ein Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen. Der Effekt ist, dass an jedem 8. März die Innenstadt vom benachbarten Potsdam in Brandenburg überlaufen ist. Mit shoppenden Berlinerinnen und Berlinern. Blöd nur, wenn der Frauentag wie jetzt auf einen Sonntag fällt. Nicht immer sind die Männer schuld, wenn was schiefläuft.

Auch der Fressesprecher von KNITZ hat in einem Video dem Weltfrauentag gedacht. Er sinniert darin darüber, mit was ein Mann seiner Frau zum Weltfrauentag eine Freude machen könnte – und kommt zum Schluss, dass eine Packung Mon Chéri oder ein Blumenstrauß nicht angemessen sind. Was die Frau eigentlich bräuchte, sei die Solidarität ihres Mannes. Eine schwäbische Schlussfolgerung, meint KNITZ. Seine Solidarität zu bekunden, kostet mal nichts.

Dank an die Programmgewaltigen der ARD

Danken will KNITZ noch den Programmgewaltigen der ARD, die den Weltfrauentag nicht aus den Augen verloren haben. Trotz ausführlicher Wahlberichterstattung wurde im Ersten, leicht verspätet, der „Polizeiruf 110“ mit dem Titel „Your Body My Choice“ ausgestrahlt. Es ging, grob, um die Selbstbestimmung von Frauen und konkret um den Mord an der Mitarbeiterin einer Frauenarztpraxis, die Abtreibungen vornimmt.

KNITZ erging es wie unserem männlichen Kritiker, der die Dialoge „ausnahmslos aufgesetzt“ fand. Die Absicht mag hehr gewesen sein, aber das Ergebnis geriet spannungslos und hatte null Unterhaltungswert. KNITZ kann Ihnen nicht mal sagen, wie es ausging. Trotz aller Solidaritätsbestrebungen übermannte ihn der Schlaf.

Ach so, eines wäre KNITZ noch ein Anliegen, meine Damen. Bei all seinen Bemühungen um die Gleichberechtigung, in einem Punkt würde er gern weiter so verfahren wie bisher. Als Autofahrer alter Schule ist es ihm ein Anliegen, Mitfahrerinnen beim Einsteigen die Türe aufzuhalten.

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