Das Gebiet ist nicht einfach zu entwickeln. Zum einen ist es wegen der unmittelbaren Nähe zu Autobahn und Bundesstraße laut. Vor allem aber sind die Eichwiesen ein Kaltluft-Entstehungsgebiet. Vor diesem Hintergrund hat Jasmin Hofgärtner vom Amt für Umweltschutz im Bezirksbeirat darüber berichtet, welche Vorgaben bei der Bebauung einzuhalten sind. So müssen zwischen den Wohnblocks Korridore frei bleiben, durch die die Kaltluft fließen kann. Die Häuser sollen maximal 12,5 Meter hoch werden. Fassaden und Dächer sind zu begrünen. Zudem darf es westlich des Forums Fasanenhof keine Bebauung geben. Insgesamt soll der Grad der Versiegelung so gering wie möglich bleiben. Diese Vorgaben sind im Zielbeschluss des Gemeinderats verankert.
Dort steht auch, dass ein Pflegeheim mit 90 Plätzen und zwei Pflege-WGs mit je acht bis zwölf Plätzen gebaut werden soll. Doch laut dem Sozialamt wird es immer schwieriger, für ein klassisches Pflegeheim ausreichend Personal zu finden und es wirtschaftlich zu betreiben. Darum soll am Logauweg eine neue Pflegekonzeption des Eigenbetriebs Leben und Wohnen umgesetzt werden.
Diese umfasst etwa 42 „pflegenahe Wohnungen“, die ähnlich betreuten Wohnungen sind. Notwendige Pflegeleistungen werden also ambulant erbracht. Zudem soll es mehrere Pflege-WGs, Tagespflege- und Kurzzeitpflegeplätze geben. Der Bezirksbeirat hat der Berücksichtigung dieses neuen Pflegekonzepts bei der weiteren Entwicklung am Logauweg zugestimmt. Bis in den Eichwiesen gebaut wird, werden aber noch Jahre vergehen. Die Vorvereinbarung der Stadtverwaltung mit der Dibag AG muss noch unterzeichnet werden. Dann muss das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans eingeleitet werden.
So geht es im Gebiet Ehrlichweg weiter
Eine entscheidende Veränderung gibt es auch bei der angedachten Weiterentwicklung am Ehrlichweg. Ursprünglich wollten die Baugenossenschaften, die dort Grundstücke besitzen, nachverdichten. In einer aufwendigen Bürgerbeteiligung wurden Pläne entwickelt.
Letztlich stieß das Projekt bei den Menschen vor Ort aber auf erheblichen Widerstand. Nun scheitert es vorerst daran, dass aus unterschiedlichen Gründen kein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt Stuttgart und den Baugenossenschaften zustande kommt. Die Stadt Stuttgart möchte daher das Verfahren für ihren Teil des Grundstücks vorantreiben, das Bebauungsplanverfahren soll geteilt werden.
Die städtische Fläche umfasst das heutige Flüchtlingsheim, das DRK-Heim und den Janusz-Korzcak-Weg. Für diese soll es nun erneut eine Machbarkeitsstudie geben. Geplant sind eine große Kita, neue Räume für das DRK und eine Aufwertung des Straßenraums. Außerdem schlägt die Verwaltung auf dem Gelände der heutigen Flüchtlingsunterkunft mittelfristig sozialen Wohnungsbau vor – gegebenenfalls mit Wohnungen für die Flüchtlinge, die bereits im Fasanenhof leben. Der Bezirksbeirat stimmte der Teilung des Bebauungsplanverfahrens zu.
Die Gemeinde St. Ulrich verkleinert sich
Abgeschlossen ist der städtebauliche Wettbewerb für das Grundstück am Delpweg. Die katholische Kirchengemeinde will sich baulich verkleinern. Der Kindergarten, die Gemeinderäume und das Pfarrbüro sollen in die Kirche integriert werden. Das so frei werdende Grundstück wird an das Siedlungswerk verkauft. Geplant sind rund 70 geförderte Miet- und Eigentumswohnungen, eine Wohngruppe für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, eine Tagespflege für ältere Menschen sowie ein Quartiersraum. Der Bezirksbeirat stimmte zu, dass das Bebauungsplanverfahren eingeleitet wird.
Unterschriftensammlung gegen die Nachverdichtung
500 Unterzeichner
Eine Privatinitiative auf dem Fasanenhof sammelt Unterschriften gegen die Nachverdichtung in ihrem Stadtteil. Nach Angaben der Initiative haben sich seit Jahresbeginn bereits 500 Unterzeichner „gegen jegliche Nachverdichtungsmaßnahmen im Logauweg, Sautterweg und Ehrlichweg“ ausgesprochen und dafür, dass „am Delpweg möglichst viel Grünfläche erhalten“ bleibt.
Argumentation
Die Initiative argumentiert, dass man in der Stadtteilzeitung Fasanenhof bereits „mehrfach und ausführlich anhand objektiver Daten“ dargelegt habe, dass der Fasanenhof sein Nachverdichtungssoll in den vergangenen 30 Jahren bereits mehr als erfüllt habe. Sie schreibt: „Würde man in der gleichen Weise in den anderen Stadtteilen nachverdichten, so gäbe es gleich gar keinen Wohnungsmangel mehr.“