Nachverdichtung in Böblingen geplant Wohnraum am Fuß der Diezenhalde

Eine Insel für mehr Wohnraum: Das Areal zwischen Tübinger Straße und Eugen-Bolz-Straße (Bildmitte) soll mit Wohnhäusern überbaut werden. Mehrgeschossige Gebäude sind auch auf den Parkflächen vor dem Hochhaus und den benachbarten Gebäuden geplant (rechts). Foto: Eibner/Drofitsch

Am westlichen Stadteingang möchten die Städteplaner entlang der Tübinger- und der Eugen-Bolz-Straße mit mehrgeschossigen Gebäuden Wohnraum schaffen. Ein Parkhaus ist ebenfalls geplant.

Böblingen - Wohnfläche ist knapp in der Stadt, der Druck auf den Markt entsprechend hoch – vor allem dort, wo die Quadratmeterpreise auch für den schmäleren Geldbeutel bezahlbar sind. Auf der Suche nach Wohnraum innerhalb der Stadt ist die Verwaltung nun auf ein Gebiet gestoßen, das ein wenig Abhilfe schaffen könnte. Im Visier sind Flächen entlang der Eugen-Bolz und der Tübinger Straße. Dort, am Fuße des Wohngebietes Diezenhalde, sollen auf rund 2,3 Hektar mehrgeschossige Gebäude und ein Parkhaus entstehen.

 

Geplant ist eine Erweiterung des an dieser Stelle in den 1970er und 80er Jahren errichteten Quartiers. Dort, am Übergang zur Diezenhalde, stehen Wohnhäuser mit fünf bis 15 Geschossen. Ein Bebauungsplan soll nun die Voraussetzungen für eine Nachverdichtung in diesem Bereich schaffen. Neben Wohnungen sehen die Städteplaner auch andere Nutzungen vor – zum Beispiel eine Kindertagesstätte, Gewerbebetriebe und „weitere kompatible soziale und kulturelle Nutzungen“, wie die Stadt formuliert.

Was damit gemeint ist, möchte die Verwaltung noch nicht konkretisieren. Zunächst einmal müssten die planerischen Grundlagen für die Nachverdichtung geschaffen werden, heißt es. Dies ist nun Aufgabe des Gemeinderates, der am 5. Mai den Vorentwurf für eine Veränderung beschließen muss. Ende des Jahres könnte dann das Verfahren abgeschlossen sein und Baurecht bestehen.

Dass dann die Bagger sofort rollen und dem südlichen Stadteingang über Nacht ein neues Gesicht verpassen, das wird wohl nicht passieren. Man gehe davon aus, dass dieses Gebiet Zug um Zug entwickelt werde, heißt es bei der Stadt. Das erste Gebäude werde frühestens in drei Jahren stehen. In wessen Besitz die Flächen sich befinden, darüber macht die Stadt aus Gründen der Verschwiegenheitspflicht keine Angaben.

Geht es nach den Städteplanern, dann wird die Eugen-Bolz-Straße in dem Bereich, wo sie auf die Freiburger-Allee trifft, auf beiden Seiten bebaut. Auf der Westseite sollen auf der heutigen Parkfläche vor dem Hochhaus und den benachbarten Wohngebäuden zwei weitere Bauten entstehen. Der Plan sieht einen sechsgeschossigen lang gezogenen Riegel und daneben, im Vorfeld des Hochhauses, einen siebengeschossigen Baukörper vor. In einem dieser Gebäude könnten sich die Verantwortlichen auch einen Kindergarten vorstellen.

Die Fläche auf der gegenüberliegenden Seite ist derzeit nur spärlich bebaut. Dort stehen bisher nur vier Gebäude, in denen Menschen ohne Obdach wohnen, der Rest ist Grünfläche. Zwei der Obdachlosen-Gebäude müssen abgerissen werden, da sich deren Sanierung nicht mehr lohnt.

Dieses Areal, das auf der anderen Seite von der Tübinger Straße begrenzt wird, empfiehlt sich in den Augen der Städteplaner für eine Wohnbebauung, da die Tübinger Straße seit dem Bau der B 464 nicht mehr als Durchgangsstraße dient und somit der Verkehrslärm abgenommen hat. In dem Halbrund Richtung Innenstadt soll Raum für ein siebengeschossige Gebäude geschaffen werden, dahinter sind mehrere dreigeschossige Gebäude vorgesehen.

Abgeschlossen werden soll die Bebauung mit einem Parkhaus unterhalb der Freiburger Allee. Dieses soll einmal auf drei bis vier Ebenen Fahrzeuge der Bewohner der geplanten Gebäude Abstellflächen bieten und auch als Ersatz für den überbauten Parkplatz dienen.

Soweit die Theorie. Denn bevor diese Planungen Realität werden, gilt es noch viele Dinge zu klären – von der Verkehrsführung und der Erschließung bis hin zu der Herstellung von Grünzonen und Fragen des Lärms, der vom gegenüberliegenden Gewerbegebiet an der Tübinger Straße ausgeht. Entsprechende Gutachten sind in Auftrag und sollen bis zum Sommer Ergebnisse liefern.

Im Technischen Ausschuss wurde am Mittwoch der eine oder andere Zweifel an den Plänen laut – hauptsächlich wegen dem hohen Maß an Nachverdichtung. Dennoch wurde der Entwurf dem Gemeinderat zur Beschlussfassung weiterempfohlen. Gibt es dort ein Ja zu den Planungen, sind die Bürger bei einer Infoveranstaltung gefragt, deren Ergebnisse in den weiteren Planungen berücksichtigt werden.

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