Nachverdichtung in Stuttgart-Fasanenhof Zwischen „brutaler Bebauung“ und Wohnungsnot

Von  

Fans hat die geplante Nachverdichtung in Stuttgart-Fasanenhof kaum, das ist bekannt. Doch manch einer sieht sie als notwendig an.

Am Ehrlichweg wird nun wohl doch nachverdichtet. Foto: Alexandra Kratz
Am Ehrlichweg wird nun wohl doch nachverdichtet. Foto: Alexandra Kratz

Fasanenhof - Einig sind die Möhringer Bezirksbeiräte mit der geplanten Nachverdichtung rund um den Ehrlichweg am Fasanenhof nicht. Zu viel, zu dicht, zu massiv erscheint vielen das, was nun mit einem neuen Bebauungsplan festgezurrt werden soll. In der Sitzung am Mittwochabend ging es um den Aufstellungsbeschluss. Grundlage dafür ist der Entwurf des Büros Schwarz Jacobi Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit dem Landschaftsarchitekten Wolfgang Blank.

Vorgesehen sind sechs viergeschossige Punkthäuser am Ehrlichweg, zwei Gebäude westlich des Sautterwegs im südlichen Teil des Grundstücks und ein fünfstöckiges Gebäude an der Ecke zur Kurt-Schumacher-Straße. Diese Projekte stehen im sogenannten Realisierungsteil und könnten damit vergleichsweise schnell umgesetzt werden. Insgesamt könnten 127 Wohnungen entstehen. Zusätzlich sind mehrere Tiefgaragen mit 227 Stellplätzen und 217 öffentliche Parkplätze geplant.

Mittel- bis langfristig soll auch das städtische Grundstück zwischen Ehrlichweg und Autobahn neu bebaut werden, auf dem aktuell die Flüchtlingsunterkunft steht. Dort könnten eine Kita und zwei L-förmige Gebäude entstehen. Weil kurzfristig keine Neubebauung möglich ist, gehört dieses Areal aber zum Ideenteil des Wettbewerbs. Ebenso wie das Gebiet östlich des Sautterwegs, wo neue längliche Wohnhäuser vorgesehen sind und winkelförmige Baukörper am Bergiusweg. Mit der Nachverdichtung rund um den Ehrlichweg soll der öffentliche Raum schöner werden. Geplant sind ein Quartiersplatz, der zum Verweilen einlädt, und ein Spielplatz. Zudem soll der Janusz-Korczak-Weg aufgewertet und in geschwungener Form bis zur Kurt-Schumacher-Straße fortgeführt werden. Problematisch an der Sache ist, dass auch diese Planungen zum Ideenteil gehören.

Der Bezirksbeirat stimmt zu, aber nur mit Maßgaben

Die CDU kritisierte das Vorhaben am schärfsten. Dass, was rund um den Ehrlichweg geplant sei, sei „brutal“, sagte beispielsweise Rainer Brandt. „Auch wenn wir Wohnungen brauchen, sollten die nicht auf Kosten der Leute entstehen, die heute schon dort leben.“ Auch Horst Fleischmann (Die Fraktion) war gänzlich dagegen. Hartmut Ellinger (Grüne) sah es anderes. Am Ehrlichweg solle „in vernünftiger Weise auf vorhandenen Flächen das gebaut werden, was gebraucht werde, nämlich Wohnungen“, sagte er. Seine Parteifreundin Monika Herrmann mahnte eine qualitätsvolle Nachverdichtung an. Die SPD fand versöhnende Worte. Die Stadt habe sich um einen Kompromiss bemüht, sagte Dieter Bernhardt. Das Haus an der Kurt-Schumacher-Straße sah aber auch er „weiterhin kritisch“. Zudem forderte er, dass die Bebauung vier Vollgeschosse nicht überschreite.

Am Ende stimmte das Gremium mehrheitlich für den Aufstellungsbeschluss – allerdings mit den Maßgaben, dass die vorgesehenen Häuser an der Kurt-Schumacher-Straße und am Sautterweg gestrichen werden.

Unsere Empfehlung für Sie