Nachwuchs bei Leonberger Hunden Die Welpen haben viel Unsinn im Kopf

Die Welpen treiben viel Unsinn, schlafen aber auch viel, sagt Ralph Kaisser. Fotos: Jürgen Bach Foto:  

Sechs Wochen sind sie schon alt: Die Leonberger Welpen der Züchterfamilie Kaisser aus Leonberg wachsen schnell heran. Bald werden sie an ihre neuen Familien abgegeben – bis auf eine Hündin.

Digital Desk: Annika Mayer (may)

Auf der Terrasse der Familie Kaisser geht es entspannt zu. Drei Leonberger Welpen liegen dort verstreut und schlafen. Im Inneren des Hauses dösen drei weitere Fellnasen auf dem Fliesenboden. Ein Welpe rührt sich schließlich doch und tapst auf die Terrasse. „Sie haben vor einer Stunde Futter bekommen“, erzählt Ralph Kaisser, der die Hunde in Leonberg züchtet. „Dann gab es ein kleines Hoch. Jetzt sind sie platt vom Fressen, Spielen und Wachsen.“

 

Die Leonberger Hündin Jara der Züchterfamilie Kaisser hat Ende April sechs Welpen auf die Welt gebracht. Mittlerweile sind sie schon sechs Wochen alt. „Den Kleinen geht es wirklich sehr gut, sie gedeihen prächtig“, sagt Ralph Kaisser. „Weil sie nur sechs sind, gab es für alle genug Muttermilch.“

Von 500 Gramm auf sechs Kilo

Die Welpen sind seit ihrer Geburt schon ordentlich gewachsen: Innerhalb von sechs Wochen ist ihr Gewicht von 500 Gramm auf sechs Kilo angestiegen. Vergangene Woche hätten sie noch in den Wassernapf gepasst, der auf der Terrasse steht, erzählt Ralph Kaisser. Das geht jetzt nicht mehr. Um sich von dem enormen Wachstum zu erholen, schlafen und dösen die Kleinen viel, etwa 20 Stunden am Tag.

Ganz so verschlafen wie auf der Terrasse geht es aber üblicherweise nicht bei den Welpen zu, erklärt der Züchter. Normalerweise würden sie an den Socken oder der Hose knabbern, wenn man ihrem Bereich im Haus der Züchterfamilie betritt. „Sie nagen alles an", sagt er mit einem Lachen. Die Welpen befinden sich seit ein bis zwei Wochen in der Entwicklungsphase der „sozialen Umbrüche“, wie der Züchter es nennt. Das heißt, die Kleinen interagieren mit ihrer Umgebung und ihren Geschwistern, sozialisieren sich im Rudel: Sie raufen, knabbern auch mal Teppiche an. „Sie sind wie kleine Kinder und haben nur Unsinn im Kopf“, sagt Kaisser.

Ein Welpe nach dem Oberbürgermeister benannt

Die Welpen haben mittlerweile auch Namen bekommen. Da es sich um den dritten Wurf der Züchter handelt, beginnen diese mit C: Die kleinen Leonberger heißen Cyrill-Happy, Charkiw-Caja, Catalina-Shiva, Columbus-Jimmy, Charly-Caramba und – in Anlehnung an den Leonberger Oberbürgermeister – Cohn. Auch die Persönlichkeiten der Welpen machen sich immer mehr bemerkbar. „Columbus ist der Entdecker im Wurf. Er ist der mutigste, will immer gucken“, erläutert Kaisser. Daher stamme auch sein Name. Die vier Rüden seien insgesamt stürmischer, die zwei Weibchen eher ruhiger.

Eine lässt sich aber nicht alles von den Rüden gefallen: Charly. „Sie hat Feuer im Hintern“, erzählt der Züchter. Die kleine Hündin bleibt bei der Familie, Ralph Kaissers Frau Melanie Kaisser wird sich um ihre Ausbildung kümmern. „Unser Wunsch wäre, mit Charly die Zucht fortzusetzen“, erläutert er.

Ob das möglich ist, wisse man aber noch nicht. Denn um für die Zucht freigegeben zu werden, muss Charly einige Vorgaben erfüllen, von körperlichen Merkmalen bis hin zu einem Wesenstest. Und auch wenn Charly diese erfüllen kann, heißt das nicht , dass die Hündin auch Welpen bekommen wird.

Kein Leonberger bleibt in der Region

Jetzt wird sie bei den Kaissers aber erst einmal in Ruhe aufwachsen. Ihre fünf Geschwister werden Ende Juni an ihre neuen Familien abgegeben. Für einen der Welpen geht es in die Schweiz, die anderen werden in Zukunft im Allgäu, in Hessen, der Region um Mannheim und in Baden leben.

Aus der Region um Leonberg habe sich kein Interessent gemeldet, erzählt Ralph Kaisser. „Das ist sehr schade. Uns trägt immer die Hoffnung, dass Menschen aus der Umgebung mit genug Zeit und den richtigen Möglichkeiten vorbeikommen.“

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