Ein Studenten-Oscar geht erneut nach Deutschland: Regisseur Tobias Eckerlin ist mit dem animierten Kurzfilm „A Sparrow’s Song“ unter den Gewinnern. Es geht um einen Spatzen im Krieg.
Der Ludwigsburger Regisseur Tobias Eckerlin ist unter den diesjährigen Gewinnern der Studenten-Oscars. Der Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg konnte den begehrten Preis mit seinem animierten Kurzfilm „A Sparrow’s Song“ holen. Die Oscar-Akademie in Los Angeles gab die Preisträger am Mittwoch (Ortszeit) bekannt.
Demnach setzten sich 12 Filme von Nachwuchsregisseuren in dem 52. Studenten-Wettbewerb durch. In diesem Jahr waren mehr als 3000 Beiträge von knapp 1000 Studieneinrichtungen aus aller Welt eingegangen. Die Trophäen für die Gewinner-Kurzfilme in insgesamt vier Kategorien werden am 6. Oktober in New York verliehen.
Ein Spatz im Krieg
In dem gut neunminütigen Film „A Sparrow’s Song“ erzählt Tobias Eckerlin von einer verwitweten Luftschutzwartin, die mitten im Zweiten Weltkrieg einen sterbenden Spatzen findet, den sie zu retten hofft. Ihr Klavierspiel wird eine gemeinsame Sprache.
Die Inspiration fand der 32-Jährige in seinem eigenen Zimmer: Über dem Schreibtisch hing ein Plakat mit einem toten Spatzen – ein Motiv, das in der Kunstgeschichte häufig auftaucht. Das Plakat faszinierte ihn und er fing an zu recherchieren. Dabei stieß er auf die Geschichte der britischen Musikerin und Hobbyornithologin Clare Kipps und ihres „Wunderspatzen“ Clarence. Dieser wurde während des Zweiten Weltkriegs eine kleine Berühmtheit, weil er Kunststücke im Luftschutzbunker aufgeführt haben soll. Der Regisseur, 1993 in Schwetzingen geboren, hatte drei Jahre lang mit teils mehr als 50 Helferinnen und Helfern an dem Film gearbeitet.
Preise in Gold, Silber und Bronze
Neben „A Sparrow’s Song“ gibt es in der Kurzfilm-Sparte „Animation“ noch zwei weitere Gewinnerfilme von Hochschulen in Frankreich und den USA.
Für die jeweils drei Gewinnerfilme in den Sparten „Narrative/Erzählung“, „Animation“, „Dokumentation“ und „Alternative/Experimental“ bleibt es weiter spannend, denn erst bei der Verleihung im Oktober wird die Reihenfolge der Preise – Gold, Silber oder Bronze – bekanntgegeben. Alle Preisträger können mit ihren Filmen auch in den Kurzfilm-Sparten beim Oscar-Wettbewerb 2026 mitmachen.
Trophäen sollen junge Talente würdigen
Mit den Trophäen ehrt die Akademie seit 1972 Auslands-Regisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA. Im vorigen Herbst etwa holte der deutsche Nachwuchsregisseur Jens Kevin Georg, Absolvent der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam, den Student Academy Award in Silber für seinen Live-Action-Kurzfilm „Kruste“.
Der Studenten-Oscar hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder als Sprungbrett für eine Hollywood-Karriere erwiesen. Regisseure wie John Lasseter („Toy Story“), Spike Lee („Malcolm X“), Robert Zemeckis („Zurück in die Zukunft“) und Cary Fukunaga („Keine Zeit zu sterben“) zählen zu den früheren Preisträgern.