Nachwuchspolitiker Rutesheimer will Vize von Kevin Kühnert werden

Von Florian Mader 

Florian Burkhardt kandidiert bei den Jusos.

Florian Burkhardt will in den Bundesvorstand der Jusos. Foto: Jusos
Florian Burkhardt will in den Bundesvorstand der Jusos. Foto: Jusos

Rutesheim - Florian Burkhardt will stellvertretender Juso-Chef werden. Damit wäre er dann einer der Stellvertreter von Kevin Kühnert. „Ich will unsere Partei progressiver, mutiger und linker machen“, erklärt Burkhardt, der aus Rutesheim stammt und mittlerweile in Tübingen Politik und Geschichte auf Lehramt studiert. Auch im Vorstand der Jusos im Kreis Böblingen war er vertreten.

Seit drei Jahren ist der 27-Jährige nun stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos in Baden-Württemberg. Jetzt hat ihn sein Landesverband nominiert, um auch bundesweit bei der SPD-Nachwuchsorganisation Karriere zu machen.

Größter Landesverband ohne Amt

„Die Jusos Baden-Württemberg gehören zu den größten Landesverbänden, sind aber seit Jahren nicht im Bundesvorstand vertreten“, kritisiert Florian Burkhardt. „Meine Kandidatur soll ein Angebot für alle sein, denen ein gutes Miteinander, respektvolle inhaltliche Debatten und das Überwinden alter Gräben wichtig sind.“

Zwei Themen haben für ihn besondere Bedeutung: Viele junge Menschen seien mit dem Klimapaket der Bundesregierung unzufrieden. Die SPD habe zwar viel erreichen können, sei jedoch von der Union an vielen entscheidenden Stellen ausgebremst worden. „Zusammen mit Euch möchte ich die sozial-ökologische Transformation in die SPD tragen“, schreibt Florian Burkhardt in seinem Bewerbungspapier. Die Partei müsse bei diesem Thema ökologisch mutiger und progressiver auftreten.

SPD als Europapartei positionieren

Zudem möchte Burkhardt die SPD stärker als Europapartei positionieren. Die Vision der „Vereinigten Staaten von Europa“ müsse im Mittelpunkt stehen, das hätten die Sozialdemokraten schließlich schon 1925 als erste große Partei so formuliert – und es seither immer wieder bekräftigt. „Zu oft verliert sich die SPD aber entweder in wolkigen Formulierungen oder in technokratischen Details“, kritisiert der Geschichtsstudent. „Deshalb ist unsere europapolitische Vision kaum greifbar.“

Die Jusos treffen sich vom 22. bis 24. November in Schwerin zu ihrem Bundeskongress. Dann stellt sich auch Kevin Kühnert zur Wiederwahl, der die SPD-Nachwuchsorganisation seit zwei Jahren anführt und die Jusos seitdem immer wieder in der öffentlichen Debatte sichtbar macht.