Nadelöhr A 81 bei Leonberg Engelbergtunnel: Polizei warnt vor teuren Sünden im Stau

Stau rund um Leonberg: Vor allem in den Osterferien wird’s hier noch voller als sonst ohnehin schon. Foto: Simon Granville

Der Brand im Engelbergtunnel wirkt nach. Autofahrer umgehen den Stau – mit riskanten Manövern, die teuer werden können. Die Polizei ist wachsam.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Der Rückstau ist massiv. Phasenweise reihen sich die Lkw auf der A 81 wie auf einer gigantischen, kilometerlangen Perlenschnur aneinander. Diese endet an der nördlichen Zufahrt zum Engelbergtunnel bei Leonberg, wo der Verkehr wieder einigermaßen läuft. Ihr Beginn liegt jedoch zeitweise jenseits des Autobahnkreuzes Stuttgart-Zuffenhausen – und damit mindestens acht Kilometer entfernt.

 

Der schwere Brand im Engelbergtunnel vom 3. März wirkt somit weiter nach. Nicht nur bei den Lasterfahrern. Deren Touren verzögern sich eine gefühlte Ewigkeit, da aufgrund der Reparaturarbeiten aktuell nur eine Spur in Richtung Autobahndreieck Leonberg geöffnet ist. Auch bei der Polizei. Denn während die Sattelzüge nur schleichend vorankommen und dabei ohnehin nicht ausweichen können, entdecken andere Fahrer Lösungen für sich, die schlicht und einfach verboten sind.

Stau auf der A 81: Der Standstreifen ist keine Option

Zum Beispiel das Ausweichen über den gesperrten Standstreifen zur nächsten Abfahrt. „Das ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich“, schreibt das Polizeipräsidium Ludwigsburg in einem Post auf Social Media. Es sei bereits zu riskanten Situationen und sogar zu einem Unfall gekommen. Bei Kontrollen seien viele Verstöße festgestellt und zahlreiche Anzeigen gefertigt worden. Wer erwischt wird, muss 90 Euro zahlen, außerdem wandert ein Punkt in die Verkehrssünderkartei nach Flensburg.

Noch teurer ist der Griff zum Mobiltelefon während der Fahrt – auch das hat die Polizei häufig festgestellt. 100 Euro plus ein Punkt lautet hier der aktuelle Kurs. „Gerade im Stau wurde auch oft das Handy benutzt“, schreibt das Präsidium zur Situation vor dem Engelbergtunnel. Ablenkung sei eine der häufigsten Unfallursachen.

Foto: IMAGO//Andreas Rometsch

Nun beginnen die Osterferien. Wie Polizei-Pressesprecher Steffen Grabenstein auf Nachfrage informiert, rechne man mit der „üblichen Zunahme des Verkehrs zur Osterzeit“. „Entsprechend muss davon ausgegangen werden, dass auch die Staus zunehmen werden – sowohl auf der Autobahn, als auch auf den Umleitungs- und Ausweichstrecken.“

Kann sich die Polizei gezielt darauf vorbereiten? „Es gibt keine geeigneten polizeilichen Maßnahmen, die hier Abhilfe schaffen könnten“, so Grabenstein. Die A 81 sei eine wichtige und stark befahrene Nord-Süd-Verbindung und der Engelbergtunnel ein neuralgischer Punkt. „Wenn der Verkehr da ins Stocken gerät, hat das sofort weitreichende Auswirkungen, die wir mit unseren Möglichkeiten aber nicht beeinflussen können.“ Und er fügt an: „Ohne das ins Lächerliche ziehen zu wollen, aber wenn viele Fahrzeuge auf wenig Straße treffen, wird es zwangsläufig eng…“

Technisches Hilfswerk unterstützt die Polizei beim Absperren

Die Verkehrspolizeiinspektion werde sich allerdings so organisieren, dass die „polizeilichen Interventionszeiten“ möglichst kurz seien und man schnell auf zusätzliche Störungen wie Unfälle oder Pannenfahrzeuge reagieren könne. „Hierbei werden wir tatkräftig durch das Technische Hilfswerk unterstützt, das bei Bedarf Absperrmaßnahmen übernimmt und dadurch polizeiliche Einsatzkräfte für andere Aufgaben zur Verfügung stehen.“

Immerhin: Eines hat bereits Wirkung gezeigt. Dieser Tage hat die Polizei auf der offenen Spur in der Weströhre des Engelbergtunnels geblitzt. „Erfreulicherweise scheint der Appell der Polizei Wirkung zu zeigen, denn bislang wurden keine nennenswerten Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt“, so Grabenstein. Man setze die Verkehrsüberwachung aber natürlich fort. „Denn auch weiterhin steht die Sicherheit der Personen, die im Tunnel arbeiten müssen, an oberster Stelle.“

Weitere Themen