Nächstenliebe in Leonberg Spender gibt 10 000 Euro – zum fünften Mal

Von Arnold Einholz 

Mit dem Geld kann das Haus der Diakonie viele Menschen, die in Not geraten sind, unterstützen.

Das ist gelebte Nächstenliebe. Foto: pixabay
Das ist gelebte Nächstenliebe. Foto: pixabay

Leonberg - Bereits zum fünften Mal zeigt sich ein Leonberger Bürger, der anonym bleiben möchte, äußerst großzügig. Er hat erneut dem Haus der Diakonie in Leonberg eine Spende in Höhe von 10 000 Euro überwiesen.

„Wir sind bewegt und begeistert über diese großzügige Spende“, sind sich die Leiterin des Hauses der Diakonie“, Ulrike Stepper, und der evangelische Dekan Wolfgang Vögele, der Vorstandsmitglied bei der kirchlichen Diakonie im Landkreis Böblingen ist, einig. Durch die Spende könnten bedürftige Familien und Einzelpersonen unterstützt werden.

„Oft sind sie unverschuldet in Not geraten und sehen keinen Ausweg mehr aus ihrer Notsituation“, weiß die Leiterin des Hauses der Diakonie. „Durch die Spende kann konkret und gezielt geholfen werden“, erläutert der Dekan. Sie nennen exemplarisch drei Schicksale, bei denen mit der Spende geholfen werden konnte.

Es fehlt an Heizöl

Frau G. (alle Namen geändert) ist alleinerziehend, vom Vater der Kinder erhält sie keinerlei Unterstützung. Die Familie lebt seit vielen Jahren in Leonberg. Die große Tochter arbeitet als Fachangestellte in Leonberg. Der Sohn geht in die Grundschule. Frau G. hat eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin abgeschlossen. Dies war bevor die Kinder kamen. Sie hat zwar in diesem Beruf gearbeitet, aber mit der Geburt der Tochter aufgehört. Die Eltern hatten die „klassische“ Aufteilung: Der Mann gingt arbeiten, die Frau kümmerte sich um Haushalt und Kinder. Dies funktionierte so lange gut, bis der Familienvater überraschend ausgezogen ist.

Seitdem leben die Mutter und die Kinder vom Einkommen der Tochter. Frau G. hat vorübergehend zumindest eine geringfügige Beschäftigung gefunden. Beides reicht gerade so für die Wohnungs- und Lebenshaltungskosten. Meist ist es aber auch hierfür nicht ausreichend. Frau G. möchte wieder in ihrem alten Beruf arbeiten. Bei der Bewerbung und der Suche wird sie von einer Mitarbeiterin im Haus der Diakonie unterstützt.

Die Wohnung wird mit Öl beheizt. Der Tank ist leer und somit gibt es auch kein warmes Wasser. Die Familie lebt von der Hand in den Mund. Sie haben so wenig, dass sie keinerlei Rücklagen bilden können. Durch die Spende konnte das dringend benötigte Heizöl beschafft werden.

Verlust der Wohnung abgewendet

Familie T. lebt mit ihren vier Kindern in Leonberg. Der Vater kommt ursprünglich aus dem Kosovo und ist durch die Kriegserlebnisse im Bürgerkrieg schwer traumatisiert. Er ist in therapeutischer und psychiatrischer Behandlung und wird definitiv nicht wieder arbeiten können. Demnächst wird er eine Pflegestufe erhalten. Die Beraterin vom Haus der Diakonie kennt und begleitet die Familie seit fast zehn Jahren.

Frau T. ist die „Managerin“ der ganzen Familie. Sie kümmert sich um alles. Daher wird sie sich jetzt, da der jüngste Sohn vier Jahre alt ist, um Arbeit bemühen. Bis dahin muss die Familie noch vom Arbeitslosengeld leben, was mit vier Kindern besonders schwer ist.

Aber die Familie kommt zurecht und die Eltern beklagen sich nicht. Frau T. ist zuversichtlich, Arbeit zu finden, damit es finanziell einfacher wird.

Ein Umzug war nötig, da die Familie eine Kündigung wegen Eigenbedarf hatte. Es grenzt an ein Wunder, dass sie mit sechs Personen überhaupt eine neue Wohnung gefunden haben. Die Wohnung liegt leicht über der erlaubten Mietobergrenze. Daher wird die Kaution vom Job-Center, das das Hartz IV-Geld bezahlt und die Miete überweist, nicht übernommen. Insgesamt werden 1500 Euro benötigt. Ein Teil kann die Familie in Raten bezahlen, aber ein Teil ist sofort fällig. Der Familie konnte durch die Spende geholfen werden, die neue Wohnung zu behalten.

Neuer Herd für sechsköpfige Familie

Das Ehepaar B. hat vier Kinder im Alter zwischen drei und 13 Jahren. Die Mutter hat einen Minijob, der Vater ist suchtkrank und zeigt einen starken psychischen und physischen Verfall. Weil er keine Therapie macht und auch nicht zum Arzt geht, lebt die Familie von Arbeitslosengeld. Zwei Kinder sind sprachbehindert und brauchen Ergotherapie.

Die Mutter ist überfordert mit dem Haushalt, den Kindern, dem kranken Ehemann, dem Minijob und vielen anderen Problemen. Das Haus der Diakonie begleitet die Familie seit 2018. Auch das Jugendamt ist mittlerweile eingeschaltet und unterstützt die Familie.

Der Herd der Familie ist mittlerweile 13 Jahre alt und war damals schon gebraucht. Nun funktioniert er nur noch sehr eingeschränkt. Die Familie benötigt dringend einen neuen Herd. Auch in diesem Fall konnte durch die großzügige Spende ein neuer Herd beschafft werden.