Die Gewerkschaft Verdi zieht die Daumenschrauben an. Nur eine Woche nach dem letzten Ausstand bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) wird der öffentliche Nahverkehr in Stuttgart abermals bestreikt – und dieses Mal gleich zwei Tage am Stück. Am Donnerstag 29. Februar, und Freitag, 1. März, sind die Beschäftigten aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Einmal mehr trifft es die Verkehrsbranche, die in den zurückliegenden zwölf Monat häufig im Fokus des Arbeitskampfes stand.
Acht Ausnahmen vom Streik
Wie bei den zurückliegenden Streikaktionen stimmen die SSB ihre Fahrgäste auf einen Stillstand ein. Bei Bus und Stadtbahn, bei Seil- und Zahnradbahn und auch beim On-Demand-Service geht nichts mehr. Ebenso wiederkehrend ist aber auch der Hinweis des städtischen Nahverkehrsunternehmens, dass acht der 49 Buslinien eben doch fahren, weil sie „von Auftragsunternehmen für die SSB bedient werden“, heißt es in der Mitteilung zum Streik. Im Klartext: die Busse haben zwar eine Liniennummer im SSB-Netz, hinterm Steuer sitzt aber eine Fahrerin oder ein Fahrer ohne auf der SSB-Lohnliste zu stehen.
Die Linien, die trotz Streik bedient werden, sind vor allem in den Außenstadtbezirken oder sogar jenseits der Stadtgrenze unterwegs. Ein Blick auf die Landkarte im Uhrzeigersinn: Ganz im Norden sind die Linien 53 und 90 unterwegs. Die 53 fährt von Mühlhausen via Zazenhausen nach Zuffenhausen, einzelne Busse enden sogar erst in Feuerbach. Der 90er startet im Korntal im Landkreis Ludwigsburg und fährt über Weilimdorf nach Giebel.
S-Bahnen sind vom Streik nicht betroffen
Die Linie 54 startet ihre Tour im Stuttgarter Stadtteil Freiberg und fährt via Mühlhausen nach Neugereut und in Stoßzeiten auch bis zur S-Bahnhaltestelle Sommerrain. Die S-Bahnen sind vom aktuellen Ausstand nicht betroffen und fahren – so sie nicht vom Baustellengeschehen ausgebremst werden – regulär. Die Buslinien 58 und 60 haben ihre Startpunkte im Rems-Murr-Kreis und fahren nach Stuttgart. Der 58er von Schmieden zur Oberen Ziegelei (und hin und wieder weiter bis Sommerrain), die Linie 60 startet in Oeffingen und fährt via Fellbach nach Untertürkheim.
Kurze Zubringerlinien fahren
Auch eine der ungewöhnlichsten Buslinien der SSB ist bei den Streiks außen vor. Die Linie 64 bedient inklusive Start- und Zielpunkt gerade einmal vier Haltestellen. Sie pendelt zwischen dem Stadtteil Frauenkopf und der Stadtbahnhaltestelle Stelle – wo man am Donnerstag und Freitag allerdings vergeblich auf eine Bahn warten wird. Eher der innerörtlichen Erschließung von Sillenbuch dient die Linie 66, die vom Kühwasen zum Geschwister-Scholl-Gymnasium fährt.
Die achte und letzte Buslinie, die vom Streik nicht betroffen ist, trägt die Nummer 73. Sie startet in Neuhausen auf den Fildern (Landkreis Esslingen) und fährt via Plieningen zum großen ÖPNV-Knoten Degerloch – wo aber am Donnerstag und Freitag sonst nichts weiteres unterwegs sein wird.