Inzwischen tummelt sich das normale Volk im weitläufigen Grün, und mit der Ruhe ist es vorbei. „An den Wochenenden haben wir mindestens 2000 Personen, die sich im Park aufhalten“, sagt Rainer Setzer, Teamleiter Bestandsliegenschaften der Hofkammer des Hauses Württemberg, und es schwingt fast schon Verzweiflung in der Stimme mit.
Größerer Ansturm seit Corona
Vor drei Jahren wurde ein Sicherheitsdienst für die Wochenenden in den Monaten April bis Oktober beauftragt. Doch Corona hat die Situation verschlimmert. Im Herbst, so Setzers Beobachtung, haben viele Menschen aus dem Umland das Naherholungsgebiet für sich entdeckt. Heuer ist der Ansturm schon groß gewesen, als die Temperaturen eigentlich noch nicht nach draußen lockten.
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Zeitweise herrsche das „blanke Chaos“ auf dem Gelände, berichtet Setzer. Und zwar inzwischen auch unter der Woche. Von Freitag bis Sonntag werde, wenn die Plätze voll sind, wild geparkt – ohne Rücksicht darauf, dass es für Rettungskräfte dann kein Durchkommen mehr gebe.
Müll und Sachbeschädigungen
Im Park selbst werde trotz Verbot gegrillt, der Müll werde achtlos liegengelassen und immer wieder komme es auch zu Sachbeschädigungen, ärgert sich Rainer Setzer. „Da werden beispielsweise einfach Nägel in die Sandsteinfassade des Schlosses geschlagen.“
Der Zugang zum Park ist kostenlos. Was ihn auch für Hochzeitsgesellschaften interessant macht. „Da kamen 70, 80 Leute aufmarschiert, die dann einfach vor dem Schloss abgesperrt haben, um Fotos zu machen“, sagt Rainer Setzer. „Wir mussten uns etwas überlegen.“ Für gewerbliche Fotoaufnahmen, Hochzeitsshootings und größere Gruppen bedarf es seit 2019 einer Genehmigung. Private Aufnahmen in kleinem Rahmen sind weiterhin ohne möglich.
Werden Wildparker bald abgeschleppt?
Für das Muttertagswochenende erwartet Setzer aufgrund der angekündigten sommerlichen Temperaturen einen Ansturm auf Monrepos. „Das wollen wir noch abwarten, aber wenn wieder das Chaos ausbricht, dann werden wir die Autos, die unerlaubt parken abschleppen lassen“, kündigt er an.
Die Polizei weiß um die Problematik. „Insbesondere an den Wochenende halten sich auf den öffentlichen Grünflächen sehr viele Menschen auf. Was Monrepos betrifft liegen uns allerdings keine Meldungen auf Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz oder Hinweise auf Coronapartys vor“, erklärt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Peter Widenhorn. Das Naherholungsgebiet liege im so genannten Streifenplan der Kollegen. Soll heißen: Es gibt dorthin regelmäßig Kontrollfahrten. „Wenn jemand einen Verstoß feststellt, dann sollte man uns das aber sofort melden.“
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Seitens des Hauses Württemberg hab es bisher noch keine Anzeigen wegen Nichteinhaltung der Corona-Regeln gegeben, erklärt Rainer Setzer. „Eine derartige Überwachung des Geländes kann weder der von uns beauftragte Sicherheitsdienst am Wochenende, noch können das meine Kolleginnen und Kollegen unter der Woche leisten. Dazu würden wir deutlich mehr Personal benötigen und unseren finanziellen Aufwand nochmals erhöhen, ohne eine Gegenleistung zu erhalten.“
Einzäunen ist keine Option
Der Option, die Parkanlage zu umzäunen und damit den Zugang zu kontrollieren, widerspricht ein Vertrag, den das Haus Württemberg als Eigentümer der Domäne Monrepos in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit der Stadt Ludwigsburg geschlossen hat. „Die Stadt unterstützt uns jährlich mit einem kleinen Betrag und kümmert sich um den Parkplatz. Dafür bleibt der Park offen“, erklärt Rainer Setzer.