Naherholung Ludwigsburg Wie ist der Monrepos-See zu retten?
Der Monrepos-See verschlammt immer mehr. Kann er erhalten werden? Welche Schritte sind Erfolg versprechend ? Die Verantwortlichen haben Lösungswege beschlossen.
Der Monrepos-See verschlammt immer mehr. Kann er erhalten werden? Welche Schritte sind Erfolg versprechend ? Die Verantwortlichen haben Lösungswege beschlossen.
Ludwigsburg - Der Monrepos-See ist das Herz des Naherholungsgebietes zwischen Ludwigsburg und Freiberg. Doch das Herz schwächelt. Schon seit Jahrzehnten. In der vergangenen Woche haben sich Vertreter des Landratsamtes, der Stadt, Hydrologen, Limnologen, Sportfischer und Vertreter der Hofkammer, der das Grundstück gehört, zusammengesetzt und überlegt, wie das große Fischesterben und ein Kippen des Gewässers verhindert werden kann.
Das Treffen, berichtet Rainer Setzer von der Hofkammer, gibt Anlass zu Hoffnung. „Die Sportfischer hatten den runden Tisch schon lange angeregt, und er war wichtig, denn jetzt kennen sich alle und ziehen dieses Mal auch an einem Strang.“
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Durch eine zu geringe Wasserzufuhr und eine unerwünschte Anreicherung von Nährstoffen im Gewässersediment bilden sich immer mehr Algen. Die Sauerstoffwerte des Wassers liegen in einem für Fische kritischen Bereich. Ein Kippen des künstlich angelegten Sees mit Fischsterben hätte enorme Auswirkungen auf das beliebte Naherholungsgebiet – inklusive Hotel. „Das kann im Prinzip zu machen, wenn der See eine stinkende Kloake ist“, sagt Rainer Setzer.
Doch aus der erhofften einfachen und schnellen Lösung wird es nichts. „Die Fachleute haben uns den Zahn gezogen“, berichtet Setzer. In einem ersten Schritt sollen jetzt kleinere Maßnahmen konsequent umgesetzt werden: Das Laub wird abgefischt, neue Schilder mit Hinweisen, dass und warum die Gänse, Enten und andere Tiere nicht gefüttert werden sollen, sind aufgestellt. Darüber hinaus versuche man beim Landratsamt Ludwigsburg eine Genehmigung zu bekommen, mehr Gänse als bisher schießen und vergrämen zu dürfen. „Die lassen sich in Massen am See nieder und hinterlassen dort ihren Kot – was für die Wasserqualität zusätzlich nicht gut ist.“ Aber wie vergrämt man das Federvieh? Rainer Setzer lacht. „Indem man dafür sorgt, dass sie keine Ruhe finden und sie immer wieder stört.“
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Begleitend dazu werden im nächsten halben Jahr alle zwei Wochen Wasserproben genommen und mit Wetterdaten abgeglichen, um eine Erklärung dafür zu bekommen, woher die Nährstoffeinträge kommen. Denn möglicherweise wirbelt Starkregen den Schlamm am Grund des Sees durcheinander und setzt damit Phosphor frei. Auch die Schlammdichte wird unter die Lupe genommen. „Wir werden alles untersuchen, was dem See nicht gut tut“, kündigt Setzer an. Im Frühjahr sollen die ersten Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen.
Auf der Agenda steht auch die Sanierung des Seelaufs. Der sogenannte „Mönch“, der Ablauf in den Gründelbach, ist verschlammt und funktioniert nicht so, wie er sollte. Die Sanierung, für die es Profis braucht, die allerdings nicht in der Umgebung zu finden sind, sondern vor allem im fränkischen Raum, würde rund 30 000 Euro kosten. Noch teurer könnte es werden, wenn das Landratsamt Ludwigsburg den Schlamm beispielsweise wegen einer Belastung durch Metall als Sondermüll bewertet.
Ein Sprecher des Landratsamts Ludwigsburg rechnet im Oktober mit Ergebnissen. „Derzeit laufen die Analysen noch, um zu klären, wo das Material zwischengelagert beziehungsweise abgelagert werden kann.“ Die Kosten der Sanierung schätzt die Behörde sogar auf 40 000 bis 60 000 Euro. Wer diese Summe mit welchem Anteil stemmt, ist noch zu klären. Die Stadt habe aber eine Beteiligung signalisiert, erklärt Setzer.
In einem Punkt waren sich die Beteiligten des Runden Tisches einig: Ein Ablassen und Ausbaggern des Sees kommt wegen des geringen Frischwasserzulaufs nicht in Frage.