Nahverkehr in Stuttgart Kaum Hoffnung für Stadtteile ohne Schienenanschluss

Allen diesen Überlegungen gemein ist, dass sie zwar auf besonders stark nachgefragten Verbindungen Entspannung bringen, aber kein neues Angebot in vom öffentlichen Schienennahverkehr unterversorgte Stadtbereiche oder auch Gegenden jenseits der Stadtgrenzen bringen. In den Schubladen der SSB schlummern zu prüfende Netzerweiterungen, die aber kaum über den Status der Vorüberlegung hinausgekommen sind. Am konkretesten ist dabei noch der Wiederaufbau der Schienenverbindung zwischen Leinfelden und Echterdingen (Kreis Esslingen). Für diese Strecke in Sichtweite der Landeshauptstadt liegen zumindest einmal die Ergebnisse der sogenannten Standardisierten Bewertung vor, einer Untersuchung, bei der Aufwand und zu erwartenden Nutzen in Bezug zu einander gesetzt werden. Der Ausgang der Rechenspiele entscheidet über die Frage, ob es Geld von Bund und Land für das Vorhaben gibt. Alle anderen Ideen, etwa Schienenverbindungen in die Stadtteile Büsnau, Birkach oder Hausen seien „noch zu untersuchen“ heißt es bei den SSB .

Der Fahrgastbeirat listet 13 Aus- und Neubauprojekte auf

Aus Passagier-Perspektive kommt die Stadt aber um eine Ausbauoffensive nicht herum. Der VVS-Fahrgastbeirat, ein Zusammenschluss von Verbänden und Gruppen wie etwa dem Verkehrsclub Deutschland, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub, dem Stadtseniorenrat oder dem Jugendrat der Stadt, hat in seiner jüngst veröffentlichen Stellungnahme zum Nahverkehrsentwicklungsplan der Landeshauptstadt Stuttgart nicht weniger als 13 Streckenneubauten und -verlängerungen angeregt. „Wenn die Stadtverwaltung es mit einer Verkehrswende und einer spürbaren Reduktion des Autoverkehrs ernst meint, muss sie auch bereit sein, bei den Ausgaben umzusteuern und konsequent in nachhaltige Verkehrsarten investieren“, heißt es in dem Papier.

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