Nahverkehr-Bilanz Die Zahl der Fahrgäste

Politik/ Baden-Württemberg: Thomas Faltin (fal)
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Überaus erfreulich sieht es dagegen mit der Kundschaft aus: Regelmäßig sind die Erwartungen der Planer klar übertroffen worden. Alle drei geprüften S-Bahn-Linien besitzen heute eine hohe Beliebtheit. Zwischen 25 Prozent (Kirchheim) und 72 Prozent (Flughafen) liegen die realen Zahlen über den Schätzungen vor dem Bau der Strecke (siehe Tabelle). Bei Kirchheim ist sogar ein direkter Vergleich möglich, weil schon vor der S-Bahn ein Zug auf dieser Strecke verkehrte. Jeden Tag benutzten 3200 Menschen diesen Zug - in die S-Bahn steigen täglich 4750 Fahrgäste.

Es wäre jedoch eine Milchmädchenrechnung zu glauben, mit den zusätzlichen Einnahmen könnten die höheren Baukosten quasi beglichen werden. Denn der Betreiber einer neuen Strecke - meist die Deutsche Bahn - erhält bis zu 90 Prozent des Ticketpreises. Doch ist unterm Strich mehr Geld im Nahverkehrssystem, so dass die Fahrpreise nicht so stark steigen.

Was für Jürgen Wurmthaler viel wichtiger ist: mit den neuen S-Bahn-Linien gelingt es, den Moloch Auto zumindest etwas in Schach zu halten. Wurmthaler bezeichnet es als einen "Knaller", dass der Anteil des Nahverkehrs in der Region am gesamten Mobilitätsaufkommen zwischen 1995 und 2009 von 12,2 auf 14,5 Prozent gestiegen ist, während das Auto fast vier Prozent auf 56,6 Prozent verlor. "Es ist unglaublich schwierig, dem Individualverkehr Anteile abzutrotzen", sagt Wurmthaler: "Wir in der Region Stuttgart haben es geschafft."




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