Nahverkehr im Strohgäu Gerlingen fürchtet Nachteile durch Depot

In der Diskussion um den Standort des neuen SSB-Betriebshofs findet der Bürgermeister Georg Brenner deutliche Worte. Weder Gerlingen noch Ditzingen waren in die Pläne zuvor eingebunden worden.

Die Stadtbahn fährt seit 1993 nach Gerlingen – zunächst  stoppte sie in der Siedlung. Foto: factum/Granville
Die Stadtbahn fährt seit 1993 nach Gerlingen – zunächst stoppte sie in der Siedlung. Foto: factum/Granville

Gerlingen - Sollte auf der Markung von Stuttgart-Weilimdorf ein Depot für die Stadtbahn gebaut werden und eventuell eine Linie von dort nach Ditzingen hinein geführt werden – dann darf dieses nicht dazu führen, dass Stadtbahnnutzer in der Nachbarstadt Gerlingen Nachteile davon haben. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Gerlinger Gemeinderats betont.

Der Auslöser war eine mündliche Anfrage aus der Fraktion der Jungen Gerlinger gewesen. Deren Stadtrat Robin Kruck wollte wissen, ob die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) bei den Gesprächen zur Suche eines Depot-Standorts auch mit der Gerlinger Stadtverwaltung Kontakt gehabt habe. Dies sei nicht der Fall gewesen, sagte der Bürgermeister Georg Brenner, „wir waren bei der Suche nicht eingebunden“. Sollte ein neues Depot beim Stuttgarter Stadtteil Hausen in der Nähe der Stadtgrenze zu Ditzingen gebaut werden, müsse gefragt werden „was bedeutet dies für unsere U 6, deren Fahrplan und Taktfolge?“. Es sollte auf jeden Fall nicht so sein, so Brenner weiter, „dass jede zweite U 6 zu uns fährt und die andere nach Hausen“. Nach Hausen wird die U 13 fahren, deren Endhaltestelle bisher „Giebel“ ist. Sie wird nach Weilimdorf an der B 295 entlang geführt, ehe sie am geplanten Depot nach Hausen abbiegt. Der Gerlinger Bürgermeister Brenner sprach sich bei dieser Gelegenheit in der Sitzung auch dafür aus, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen: Wenn der ÖPNV günstiger werden solle, müsse die Zoneneinteilung für Gerlingen günstiger sein und auch die Taktfolge angenehm.

Nahverkehr soll attraktiver werden

Die Ditzinger waren ebenso wenig wie die Gerlinger in die Standortsuche der SSB eingebunden worden. Im Gemeinderat war dies wenigstens in öffentlicher Sitzung nicht thematisiert worden. Der Oberbürgermeister verband eine Zustimmung zu den Standortplänen direkt an der Markungsgrenze mit einer Forderung nach einem Stadtbahnanschluss für Ditzingen. In der Stadt hält bisher die S-Bahn, nicht aber die Stadtbahn.

Linie kommt von den Fildern

Bisher fährt die U 6 vom Stuttgarter Stadtteil Fasanenhof auf den Fildern über Degerloch in die Innenstadt und von dort über den Charlottenplatz und Hauptbahnhof weiter zum Pragsattel sowie nach Feuerbach und Weilimdorf. Haltestellen in Gerlingen sind Breitwiesen, Siedlung und die Endstation am Neuen Platz. Diese Stadtbahnlinie und deren Endhaltestelle in der Gerlinger Stadtmitte gibt es seit 25 Jahren. Werktags fährt die Linie von morgens um 5.40 Uhr bis abends um 20.30 Uhr im Zehnminutentakt in Richtung Stuttgarter Innenstadt ab. Die letzte Stadtbahn nach Stuttgart verlässt Gerlingen um 1.06 Uhr.




Veranstaltungen