Nahverkehr in Heimsheim Mehr Sicherheit für Schüler und beeinträchtigte Menschen
Am östlichen Ortsausgang sollen zwei Haltestellen barrierefrei werden. Wird auch das Tempolimit abgesenkt?
Am östlichen Ortsausgang sollen zwei Haltestellen barrierefrei werden. Wird auch das Tempolimit abgesenkt?
Seit Jahren versucht die Stadt Heimsheim, barrierefreie Bushaltestellen im Ort zu bauen. War ursprünglich angedacht, diese auf Höhe des Marktplatzes anzulegen, so ist das Haltestellenpaar weiter ortsauswärts gerutscht bis zum Stadtsee und dem dortigen Einkaufszentrum. Der Gemeinderat hat jetzt grünes Licht für das Vorhaben gegeben.
Seit drei Jahren sind Kommunen und Verkehrsunternehmen verpflichtet, Haltestellen barrierefrei zu gestalten. In Heimsheim betrifft das den Linienbusverkehr. Nun legte ein beauftragtes Ingenieurbüro eine Planung vor, die zwei schräg gegenüber liegende Haltestellen in Verbindung mit einem Mini-Kreisverkehr für den barrierefreien Umbau vorsieht.
Auf der Mönsheimer Straße am Ortsausgang vor dem letzten Kreisverkehr sind werktags rund 8000 Fahrzeuge unterwegs, in der verkehrsstärksten Stunde zwischen 15.30 und 16.30 Uhr sind es 660. In diesem Bereich gibt es bereits zwei Haltepunkte, die künftig barrierefreien Zugang zu den Bussen ermöglichen sollen.
Direkt am See liegt die Haltestelle für den ortsauswärts fahrenden Bus. Die ortseinwärts weisende Haltestelle wird etwas in Richtung der Graf-Eberhard-Straße verlegt. Die dort stehenden älteren Gebäude sollen einer neu zu errichtenden Bäckerei mit Café weichen. Der Gehweg wird an dieser Stelle verbreitert, sodass wartende Fahrgäste mehr Platz haben.
Im weiteren Verlauf der Mönsheimer Straße ortseinwärts wird am Knotenpunkt Mönsheimer Straße, Flachter Pfad und Graf-Eberhard-Straße ein kleiner Kreisverkehr mit 22 Metern Durchmesser den Verkehr lenken und zugleich verlangsamen. An drei der Ausfahrten sollen direkt hinter dem Kreisverkehr barrierefreie Querungshilfen für Fußgänger und Radler angebracht werden.
Eine zusätzliche Querungshilfe über die Mönsheimer Straße ist direkt vor der auf der Seeseite gelegenen Haltestelle vorgesehen. Diese soll vor allem Schülern, die in das nahe gelegene Schulzentrum laufen, mehr Sicherheit bieten.
Derzeit ist auf diesem Straßenabschnitt Tempo 50 erlaubt. „Wir haben aber im Rahmen des Lärmaktionsplans 30 Stundenkilometer vorgeschlagen“, erklärte der Leiter des städtischen Bauamts, Andor Varszegi. Noch habe man dazu keine Rückmeldung vom Landratsamt bekommen. Die Stadträtin Doro Moritz (SPD) sagte, dass an keiner Stelle so viele Schüler unterwegs seien wie an diesen Bushaltestellen. Sie plädierte im Sinne von mehr Sicherheit für Ampeln an den Übergängen beim Kreisverkehr.
Der Planer entgegnete, dass Ampeln in unmittelbarer Nähe des Kreisverkehrs nicht sinnvoll seien. Die geplanten Querungen liegen wie vorgeschrieben fünf Meter vom Kreisverkehr entfernt. Eine Ampel müsste weiter weg liegen und würde dann eventuell nicht mehr so gut angenommen. Stadtrat Michael Teichmann (FWV) forderte an diesen Stellen Zebrastreifen, die mehr Sicherheit böten als Querungshilfen, auch rechtlich, fügte er hinzu.
Das Gremium genehmigte mit großer Mehrheit 20 000 Euro für die weitere Planung. Das gesamte Projekt wird geschätzt mehr als 400 000 Euro kosten, davon sind 220 000 Euro als Landesförderung beantragt. Derzeit laufen Verhandlungen für weitere Fördermittel. Der Fachplaner Alexander Lang und sein Büro wurden mit der Einholung der Fördermöglichkeiten beauftragt. Lang betreut die Stadt Heimsheim bereits in Sachen Barrierefreiheit, etwa bei der Entwicklung des Fußverkehrskonzepts.