Nahverkehr in Stuttgart Die Stadtbahn nimmt Kurs auf Stammheim

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Foto: Steinert

Am 10. Dezember wird das letzte Stück der U-15-Trasse im Norden offiziell eröffnet. Am Donnerstag gab es schon mal die erste Probefahrt auf der neuen Linie.

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Stuttgart - Mit einer Pressefahrt haben die Stuttgarter Straßenbahnen am Donnerstag über die neue Stadtbahntrasse für die U 15 von Zuffenhausen nach Stammheim informiert. Der Bau des anspruchsvollen Streckenabschnitts mit einer Länge von drei Kilometern hat knapp vier Jahre gedauert und rund 105 Millionen Euro gekostet. Damit wächst das Stadtbahnnetz auf eine Länge von 128 Kilometer. Am 10. Dezember wird die Strecke mit einen großen Festprogramm in Zuffenhausen und Stuttgart offiziell eröffnet.

Als die großen gelben Wagen langsam durch die Freihofstraße in Stammheim zur Endhaltestelle rollen, bleiben draußen die Passanten stehen. Viele lächeln, einige winken, der Stadtbezirk freut sich auf „seine“ Stadtbahn. „Wir mussten ja auch lange genug darauf warten“, sagt Martin Hechinger vom Bürgerverein, der in den vergangenen Jahren für den Nahverkehrsanschluss gekämpft und getrommelt hat. „Endlich ist es so weit.“ Hechinger erinnerte aber auch daran, dass mancher Stammheimer Tränen in den Augen hatte, als die Straßenbahn, die legendäre Strambe, Ende 2007 zum letzten Mal durch Stammheim fuhr.

Lange Diskussion

Viele frohe und erwartungsvolle Gesichter gab es wegen der U 15 auch rund um die mit bunten Stützen und einem auffälligen Betondach architektonisch interessant gestalteten Haltestelle „Zuffenhausen Rathaus“. Von dort führt die neue Trasse im Tunnel unter der Unterländer Straße zur unterirdischen Haltestelle „Kirchtalstraße“ und kommt nach gut einem Kilometer an der Station „Salzwiesenstraße“ wieder an die Oberfläche. Von dort geht es dann über den Halt „Wimpfener Straße“ auf einem begrünten Gleiskörper zur Haltestelle „Heutingsheimer Straße“, die schon auf Stammheimer Hoheitsgebiet liegt.

„Mit diesem Streckenneubau haben wir das letzte Stück der alten Straßenbahn beseitigt“, sagte der SSB-Vorstandssprecher Wolfgang Arnold. Vor dem 2008 begonnen Bau der Strecke habe es eine lange Phase der Diskussion gegeben, die mit ähnlichen Argumenten wie die Auseinandersetzung um Stuttgart 21 geführt worden sei. „Oben bleiben“ war auch zwischen Zuffenhausen und Stammheim ein Thema“, erläuterte Arnold. Letztlich habe man aber den Nachweis führen können, dass im Bereich Zuffenhausen eine unterirdische Trassenführung die tragfähigste Lösung sei. In Stammheim sei auch lange debattiert worden, bis man nach mehr als einem Dutzend Varianten den richtigen Platz für die Endhaltestelle gefunden habe.

Der SSB-Manager dankte allen an dem Schienenprojekt Beteiligten und vor allem den Bürgern und Geschäftsleuten in beiden Stadtbezirken für ihr Vertrauen, ihre Geduld und ihre Besonnenheit. „Um dieses große Projekt umzusetzen, war viel gegenseitiges Verständnis erforderlich“, sagte Wolfgang Arnold. Doch er verspricht: „Von dem guten Nahverkehr werden jetzt beide Stadtbezirke profitieren.“




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