Nahverkehr in Stuttgart Holpriger Start in die neue S-Bahn-Ära

Von Markus Heffner 

Bahn und Verband Region Stuttgart haben am Montag den neuen Verkehrsvertrag über den S-Bahn-Betrieb gefeiert. Trotz des S-Bahn-Desasters der letzten Wochen überwog angenehme Feierstimmung.

Die Probleme der S-Bahn bestimmten seit Wochen die Diskussion über den öffentlichen Nahverkehr. Foto: Achim Zweygarth
Die Probleme der S-Bahn bestimmten seit Wochen die Diskussion über den öffentlichen Nahverkehr. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die beiden Hauptdarsteller glänzen frisch poliert in der Plochinger ­S-Bahn-Werkstatt, in der die Deutsche Bahn am frühen Montagabend ihre geladenen Gäste zum Festakt begrüßt. Hinten eine Bahn der alten Generation, frisch modernisiert. Vorne einer der neuen, aber reparationsbedürftigen Züge, der von einer Diesellok geschoben wurde. Gefeiert werden soll der neue Verkehrsvertrag, den der Verband Region Stuttgart mit der Bahn-Tochter DB Regio geschlossen hat – und von dem sich die Verantwortlichen eine Vielzahl von Verbesserungen für den ­S-Bahn-Betrieb erhoffen.

Eigens für das Stuttgarter Netz entwickelt, macht der neue ET 430 dabei aber vor allem eines: erhebliche Schwierigkeiten. Statt mit 87 der modernen S-Bahnen können Bahn und Region Stuttgart wie berichtet nur mit drei Versuchszügen in die neue Ära starten, weil die Türen und die ausfahrbaren Schiebetritte klemmen. Wie lange es dauert, bis die Technik nachjustiert ist und die neuen Bahnen einsatzbereit sind, sei noch nicht absehbar, erklärte Hans-Albrecht Krause, Leiter der S-Bahn Stuttgart, in einer kleinen Talkrunde.

Verärgerter Verkehrsdirektor

Angesichts entnervter Pendler, wütender Fahrgäste und massiver Verspätungen in den vergangenen Wochen schwingt bei Jürgen Wurmthaler daher selbst in der Feierstunde, zu der auch Bahnvorstand Ulrich Homburg gekommen ist, eine gehörige Portion Verdruss mit. „Wir ärgern uns sehr über den holprigen Start“, betont der Verkehrsdirektor vom Verband Region Stuttgart, der sich in den vergangenen Tagen nicht nur mit Klagen über Türprobleme beschäftigen musste. Es seien zuletzt etliche Dinge zusammengekommen: „Die S-Bahn ist in schlechter Qualität gefahren.“

Trotzdem überwiegt beim Verband die Zuversicht, dass mit dem neuen Vertrag in absehbarer Zeit deutliche und spürbare Verbesserungen verbunden sind. So unerfreulich die Verzögerung bei den Zügen der neuen und überholungsbedürftigen Generation ET 430 auf der einen Seite sei, so Jürgen Wurmthaler, so erfreulich sei es andererseits, dass nun mit seinem Gegenüber der erste modernisierte 423er vorgestellt werden konnte. Mit der Bahn als Partner sei man grundsätzlich gut aufgestellt, betont er. Allerdings müsse sie jetzt auch beweisen, „dass sie es kann“.

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