Nahverkehr in Stuttgart-Vaihingen Beiräte begrüßen bessere Busverbindungen

Seitdem die SSB auf der Linie 82 Gelenkbusse einsetzen, gilt dort der 20-Minuten-Takt. Von Dezember an wird das nun wieder anders. Foto: Archiv Alexandra Kratz
Seitdem die SSB auf der Linie 82 Gelenkbusse einsetzen, gilt dort der 20-Minuten-Takt. Von Dezember an wird das nun wieder anders. Foto: Archiv Alexandra Kratz

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember gibt es auch im Stadtbezirk Stuttgart-Vaihingen einige Änderungen. Joachim Keller von den Stuttgarter Straßenbahnen hat die Einzelheiten im Bezirksbeirat vorgestellt.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Vaihingen - Nun stehen die Details fest. Das „Bündnis für Mobilität und Luftreinhaltung“ hat für Verbesserungen bei den Buslinien eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Das Bündnis besteht aus CDU, Grünen und SPD. Die SSB hat diesen Betrag auf zwei Millionen Euro aufgestockt. Alle Veränderungen gelten vom Fahrplanwechsel im Dezember an zunächst für zwei Jahre.

Mit dem Geld wird auch das Angebot der Buslinie 82 ausgebaut. Das Nahverkehrsunternehmen und die Kommunalpolitiker gehen damit auf eine langjährige Forderung des Vaihinger Bezirksbeirats und des Jugendrats ein. Der SSB-Mitarbeiter Joachim Keller stellte in der jüngsten Sitzung des Vaihinger Bezirksbeirats die Einzelheiten vor. „Seit der Einführung des Gelenkbusses auf der Linie 82 und der damit verbundenen Einführung des 20-Minuten-Takts war die Rückkehr zum Zehn-Minuten-Takt gefordert“, sagte Keller.

Bei den beschlossenen Veränderungen habe man vor allem die Senioren in den Einrichtungen auf der Rohrer Höhe die Schüler und die Studenten im Blick gehabt. „Wir sind sicher, dass wir mit unseren Neuerungen richtig liegen“, sagte Keller. Vorgesehen sind Verbesserungen in der morgendlichen Hauptverkehrszeit. Zwischen 7 und 8 Uhr bietet die SSB zusätzliche Fahrten an. Um 7.13 und um 7.53 Uhr startet je ein Bus in der Rohrer Mitte und bedient alle Haltestellen bis Waldeck. Die Busse um 7.23 und um 7.43 Uhr fahren jeweils von Rohr Mitte bis zum Vaihinger Bahnhof. Der Bus um 7.35 Uhr startet an der Thingstraße und fährt bis Waldeck. In der Gegenrichtung gibt es zwei Änderungen. So startet künftig um 7.07 und um 7.17 Uhr jeweils ein Bus und bedient die gesamte Strecke.

Mehr Fahrten in den Hauptverkehrszeiten

In der Hauptverkehrszeit am Nachmittag, also zwischen 16 und 19 Uhr, fahren die Busse zwischen Rohr Mitte und der Universität künftig alle zehn Minuten. Zwischen dem Dachswald und dem Waldeck bleibt der 20-Minuten-Takt. In der Gegenrichtung richten die SSB in der Zeit von 16.44 bis 18.24 Uhr einen Zehn-Minuten-Takt auf der Linie 82 ein. Im Abschnitt zwischen Waldeck und dem Knappenweg bleibt auch in dieser Zeit der 20-Minuten-Takt bestehen. Bei den Umsteigezeiten von der Buslinie 82 auf die Stadtbahnlinie U 1 am Waldeck gibt es eine kleine Verbesserung. Betragen diese bisher sechs Minuten in Richtung Innenstadt und drei Minuten in Richtung Vaihingen werden es künftig vier Minuten in Richtung Innenstadt und fünf Minuten in Richtung Vaihingen sein.

Veränderungen bei den Linien 81 und 86

Eine Verbesserung gibt es auf der Linie 81, welche die Stadtteile Büsnau, Vaihingen, Rohr und Dürrlewang verbindet. Die SSB haben den Fahrplan um einen zusätzlichen Bus in der Hauptverkehrszeit ergänzt. Der Grund ist vor allem, dass die Fahrzeuge an den Kapazitätsgrenzen waren und man hofft, dass sich die Fahrgäste mit dem zusätzlichen Bus besser verteilen.

Veränderungen gibt es auch bei der Buslinie 86. Diesmal ist es aber eher eine Verschlechterung, die im Übrigen nichts mit dem „Bündnis für Mobilität“ zu tun hat. Der 86er verkehrt künftig nur noch zwischen Vaihingen und Leinfelden. Denn der Landkreis Böblingen will den Abschnitt zwischen Leinfelden und Waldenbuch in Eigenregie betreiben. Dort fahren künftig die Busse der Linie 826, die von dem Betrieb Friedrich Müller bedient wird. Die SSB passen den Fahrplan der Linie 86 auf den der Linie 826 an, sodass möglichst günstige Umsteigezeiten entstehen.

Die Meinung der Bezirksbeiräte ist unterschiedlich

Eyüp Ölcer (Freie Wähler) war mit den vorgestellten Veränderungen ganz und gar zufrieden. „Da ist ja wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Sie machen damit viele Menschen glücklich“, sagte er. Sigrid Beckmann (SPD) war bei Weitem nicht so euphorisch. „Für mich ist das noch keine Rundum-Lösung, aber wenigstens haben die SSB den Dachswald nicht ganz vergessen“, sagte Beckmann, die auch die Vorsitzende des Dachswaldvereins ist.

Wolfgang Georgii (CDU) hakte in Sachen Elektromobilität nach: „Wann kommen die Elektrobusse und der Brennstoffzellenbus nach Vaihingen?“ fragte er. Keller erklärte, dass die SSB bereits viel in Sachen Mobilität mache. Die E-Busse seinen aber aktuell eher auf den Innenstadtlinien unterwegs, weil die Feinstaubproblematik dort deutlich drängender sei. Kellers Fazit: trotz der beschlossenen Verbesserungen gebe es noch Luft nach oben. „Aber es ist ein Einstieg, der auch finanziert ist.“




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