Nahversorgung in Stuttgart Stadt bietet Zuschuss für Supermärkte

Die Cap-Märkte sind laut der Stadt ein Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Foto: Lichtgut//Max Kovalenko

Um in den Randbezirken die Nahversorgung zu sichern, gibt es ein städtisches Förderprogramm. Die Cap-Märkte in Unter- und Obertürkheim erhalten für ihren Umbau jeweils 100 000 Euro.

Reporter: Alexander Müller (ale)

Das Thema Nahversorgung ist vor allem in den Außenbezirken seit Jahren ein Thema. Mit viel Erleichterung haben die Bewohner in Unter- und Obertürkheim daher die Nachricht aufgenommen, dass die Cap-Märkte umgebaut werden. Der neue Betreiber, die Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd (GDW), investiert insgesamt 1,6 Millionen Euro. Die Stadt bezuschusst den Umbau der beiden Supermärkte mit jeweils 100 000 Euro. Verbunden mit einem langfristigen Mietvertrag über zehn Jahre scheint somit die Zukunft gesichert. Das ist nicht überall so.

 

Stadtweites Programm Nahversorgung konkret

Denn seit vielen Jahren geht der Trend in Richtung Innenstadt. Zum Leidwesen der Außenbezirke. Bereits 2015 hat die Verwaltung daher Handlungskonzepte erarbeitet wie das Förderprogramm „Nahversorgung konkret“ als „Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und somit ein Stück Lebensqualität“, betonte Hermann-Lambert Oediger, der Leiter der Abteilung Stadtentwicklung in der Sitzung des Bezirksbeirats Obertürkheim. Unterstützt werden mit dem stadtweiten Programm die Ansiedlung und der Erhalt von Kleinstbetrieben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den sozial-geförderten Lebensmittelmärkten. Die in Stuttgart ansässigen drei Träger – die Bonus GmbH, die NintegrA gGmbH und das gemeinnützige Inklusionsunternehmen gfa süd ggmbh, ein Tochterunternehmen der GDW – sorgen in Stadtteilen, in denen sich große Handelsketten zurückgezogen haben, für die Nahversorgung und bieten zeitgleich Jobs für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. In den vergangenen drei Doppelhaushalten stellte die Stadt jeweils einen Etat von 100 000 Euro zur Verfügung.

Umbau im Sommer und Herbst

Bislang wurden eher kleinere Maßnahmen unterstützt, „deshalb reicht der Etat auch noch aus“, sagt Oediger. Das prägnanteste war die Neueröffnung eines Bonus-Markts in Weilimdorf-Wolfbusch. Die größte Förderung ist nun der Umbau des Cap-Markts in Obertürkheim. Die gfa Süd will den Supermarkt nicht nur energetisch sanieren, sondern mit einem neuen Bodenbelag oder Regalen auch optisch optimieren. Im Vorkassenbereich soll eine Schlemmergasse mit Imbissangeboten und eventuell einem Café entstehen. Weitere 231 000 Euro erhält die gfa süd als Förderung von der Aktion Mensch. Der Umbau soll im Herbst unter laufendem Betrieb erfolgen. Bereits im Juli oder August soll eine analoge Modernisierung im Cap-Markt Untertürkheim umgesetzt werden. Auch dort steuert die Stadt einen Zuschuss von 100 000 Euro bei – aus dem Investitionsfonds „Stadtteilzentren konkret“. Das städtische Förderprogramm unterstützt sechs besonders vom Trading-Down-Effekt betroffene Stadtbezirke: Neben Untertürkheim sind das Bad Cannstatt, Feuerbach, Vaihingen, Weilimdorf und Zuffenhausen.

„Die Förderung ist jeweils an eine langfristige Bestandszusicherung gebunden“, betonte Hermann-Lambert Oediger. Sehr zur Freude des Bezirksbeirats Obertürkheim, der somit die Nahversorgung gesichert sieht. Denn „Stuttgart ist nicht nur die Innenstadt“, brachte es Peter Aichinger (Freie Wähler) auf den Punkt.

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