Nahwärmenetz in Waldenbuch Mehr Nahwärme ist zwar teurer – aber wird gefördert

Der neue Rat musste bereits eine wichtige Entscheidung treffen. Foto: Leonie Schüler

Wer groß denkt, wird belohnt. So verhält es sich zumindest bei der Machbarkeitsstudie für mehr Nahwärme in Waldenbuch.

Zu Beginn eine wichtige Entscheidung: Nachdem die neu gewählten Stadträte in ihrer konstituierenden Sitzung am Dienstagabend durch Bürgermeister Chris Nathan vereidigt worden waren, hatte das neue Ratsgremium gleich eine Latte von 17 Tagesordnungspunkten abzuarbeiten. Neben Bauanträgen und der Wahl der Vertreter des Bürgermeisters, mussten auch die Weichen zum Thema Nahwärmeversorgung gestellt werden.

 

Als Standort für die Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien stehen vier Flurstücke in der Bahnhofstraße am Aichufer, die sich in städtischem Eigentum befinden, zur Verfügung. Von dort sollen die fünf öffentlichen Gebäude Altes und Neues Rathaus, Musikschule, Kirche sowie Schloss mit klimafreundlicher Wärme versorgt werden.

Soweit das bisher angestrebte Wärmekonzept W5. Am Sitzungsabend erläuterte Energie- und Klimaschutzmanager Daniel Nieffer, die mögliche Ausweitung auf das Wärmekonzept W100. Vom Nahwärmenetz profitieren sollen dann auch die Innenstadtbewohner .

Weitere Förderung möglich

Diese Ausweitung der Machbarkeitsstudie auf das gesamte Altstadtquartier wird sowohl von der Landesenergieagentur sowie von mehreren Fachleuten und Planern empfohlen. Vorteil der Erweiterung auf den Innenstadtkern mit mindestens 17 Gebäuden beziehungsweise 100 Wohneinheiten, ist die Möglichkeit der Förderung. Während die Kosten der kleinen Studie W5 von der Stadt komplett getragen werden müsste, würde die große Studie mit 50 Prozent über die BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze) gefördert. Im Vergleich zur Ausarbeitung der Studie W5, die 40 000 Euro kosten würde, liegen die Kosten für die Studie W100 nach Förderung noch bei 60 000 Euro. Zudem wären hier im Nachgang weitere Bundeszuschüsse für investive Maßnahmen wie die Anlagentechnik sowie für eine gewisse Betriebslaufzeit möglich. „Ein durchaus lohnendes Förderprogramm“, meint Daniel Nieffer.

Der Rat entschloss sich einstimmig für die Erweiterung der Machbarkeitsstudie. Diese soll nun durch eine ausgiebige Datenerhebung die wirtschaftlichste Umsetzung mit dem höchsten Kosten-Nutzen-Effekt darstellen. Dadurch wird dann auch eine Schätzung des Wärmepreises für die Innenstadtbewohner, die sich für einen Anschluss an das Nahwärmenetz interessieren, möglich sein.

Ergebnisse gibt’s erst im kommenden Jahr

Die ersten Probebohrungen sind auf Oktober geplant. Damit soll festgestellt werden, ob die Geothermie für die Versorgung ausreichend sein wird oder ob alternative Wärmequellen gefunden werden müssen. In jedem Fall soll das Wärmeverteilnetz so ausgelegt werden, dass es Erweiterungsmöglichkeiten bei der Versorgung der Haushalte und weiterer Einspeisungen mit Abwärme, zum Beispiel durch die Industriebetriebe entlang der Bahnhofstraße, bereithält.

Durch den Ratsbeschluss mit einem noch nicht endgültig festgelegten Vorschlag des Trassenverlaufs wurde eine technologisch flexible Gestaltung der Nahwärmeversorgung vorangebracht. Klarheit für die Art der Umsetzung in Bezug auf mögliche Wärmequellen und die Ausmaße sowie den Umfang des Leitungsverlaufs werden erst die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie und der bevorstehenden Probebohrung bringen. Diese werden allerdings erst im September 2025 vorliegen.

Der neue Waldenbucher Stadtrat

Veränderungen im Waldenbucher Stadtrat
 Verabschiedet aus dem Gremium wurden Annette Dolleschel und Patrick Ruckh beide FWV sowie Rudolf Wehr von den Grüne. Neu gewählt wurden Benjamin Burkhardt (FWV), Astrid Neff (CDU) und Mirjam Geier (Grüne). Somit gewinnt die CDU-Fraktion einen Sitz und stellt fünf Stadträte. Die FWV verliert einen Platz und ist mit sieben Räten vertreten. SPD und GRÜNE bleiben mit je drei Vertretern zahlenmäßig unverändert.

Kommunale Vertreter
Annette Odendahl, Jürgen Schwab, Karl Neff, Benjamin Burkhardt, Robin Mehnert, Christine Nulchis, Sven Wauri (FWV), Leon Kolb, Sabine Dandachi, Karl Rebmann, Astrid Neff, Rosa Loritz-Schoder (CDU) Ferdinando Puccinelli, Walter Keck, Heidrun Rohse (SPD): Maria Rapp, Sebastian Winckler, Mirjam Geier (Grüne)

Stellvertreter des Bürgermeisters
Annette Odendahl (FWV), Leon Kolb (CDU), Ferdinando Puccinelli (SPD), Maria Rapp (Grüne)

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