Die Bildungslandschaft Ditzingens ist um die Doris-Leibinger-Schulen erweitert worden. Auch die zentrale Grundschule der Kernstadt ist nach der Frau des früheren Trumpf-Chefs benannt.
Das Porträt von Doris Leibinger war im Musiksaal der Grundschule so aufgestellt, als blicke sie auf die Kinder und Erwachsenen, die in den Musiksaal der Schule gekommen waren. In dem Gebäude hatten sie sich zu einer Feier anlässlich der Namensgebung der neuen zentralen Grundschule der Kernstadt eingefunden. Am Standort der vormaligen Konrad-Kocher-Schule, ursprünglich eine Grund- und Hauptschule, ist ein Neubau entstanden. Hier werden fortan Grundschüler der beiden Ditzinger Grundschulen, der Konrad-Kocher-Schule und der Wilhelmschule, unterrichtet.
An der Doris-Leibinger-Schule findet noch kein Unterricht statt
Noch findet dort kein Unterricht statt, die letzten Bauarbeiten in dem Neubau sind noch nicht abgeschlossen. Gleichwohl weisen an den Türen zu den Klassenzimmer schon Schilder darauf hin, welche Klasse dort einziehen wird. So aber war es am Donnerstag der erste Anlass für die Öffentlichkeit, sich ein Bild von der Schule zu machen.
Die Grundschule, das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum und auch die nahe gelegene Sporthalle sind nach Doris Leibinger benannt. Die Mutter der Vorstandsvorsitzenden des Laserspezialisten Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller, war zeitlebens um das Wohl von Kindern bemüht, um allen die bestmöglichen Startchancen ins Leben zu geben. Sie empfinde es „als große Ehre“, und es sei ihr eine Freude, dass die Schulen nun den Namen ihrer Mutter tragen, sagte Leibinger-Kammüller auch im Namen ihrer beiden Geschwister.
Sie hat sich mit Empathie „stets für Kinder eingesetzt“
„Es hätte gewiss auch andere, nicht minder würdige Namensgeber gegeben“, betonte Leibinger-Kammüller, die ihre Rede mit den Worten „hochverehrte, liebe Kinder“ begann. Sie erinnerte daran, dass sich ihre Mutter feinfühlig und mit breiter Empathie sich „stets für Kinder eingesetzt hat – die eigenen eingeschlossen“.
Die Zusage der Familie sei schnell erfolgt, berichtet der Ditzinger Oberbürgermeister Michael Makurath. Vorsichtig habe man angefragt, ob sie mit der Namensgebung nach der verstorbenen Mutter Doris Leibinger einverstanden sei. Eine solche Reaktion sei keineswegs selbstverständlich. Makurath verwies dabei auf den Weltkonzern Trumpf mit seinem Hauptsitz in Ditzingen, der durch Doris Leibingers Ehemann Berthold zu dem wurde, was er heute ist.
Laut Makurath hatte es insgesamt 89 Namensvorschläge für die zentrale Grundschule in der Ditzinger Kernstadt gegeben. Letztlich habe der Gemeinderat eine „sehr kluge Entscheidung getroffen“: Doris Leibinger habe einerseits einen örtlichen Bezug – nicht nur wegen des Unternehmens, sondern auch, weil sie selbst in Ditzingen aufgewachsen war. Sie könne sich zudem zu einem besonderen Vorbild für die Schülerschaft entwickeln, sagte der Rathauschef: Doris Leibinger hat ihre sozialen Aktivitäten in einer Stiftung gebündelt, um Kindern gute Startchancen zu geben.
Das Schulprojekt ist die größte Einzelinvestition der Stadt, sie schlägt aktuell mit 54 Millionen Euro zu Buche. Trotz der Finanznot, in der sich die Kommune inzwischen befindet, steht das Gesamtprojekt auf dem Campus nicht zur Disposition.