Katharina Deuschle und ihre Mutter Karin Gehrung-Deuschle sind ein eingespieltes Team. Foto: privat
Karin Gehrung-Deuschle und ihre Kinder Christoph und Katharina lieben die Fasnet. Die Tochter ist Vizepräsidentin der Narren in Neuhausen. Woher kommt diese Begeisterung?
Elisabeth Maier
12.01.2026 - 18:00 Uhr
Im Keller von Karin Gehrung-Deuschle ist das ganze Jahr Fasnet. An den Wänden des Partyraums hängen Bilder von Narrengruppen, Orden und Souvenirs. „Wir leben die Fasnet“, sagt ihre Tochter Katharina Deuschle. Die 32-Jährige ist dritte Vizepräsidentin beim Narrenbund Neuhausen. Ihre Großmutter Lotte Gehrung hat nicht nur den Narrenbund mitbegründet. Sie prägte den Schmotzigen Donnerstag und den Hexentanz in der fasnetsbegeisterten Fildergemeinde.
„Bei uns war an den närrischen Tagen immer das Haus voll“, erinnert sich Karin Gehrung-Deuschle. Gerade am Schmotzigen Donnerstag seien die Narren von Haus zu Haus gezogen. Da gab es für die verkleideten Gäste Vesper und Schnaps. Ihre Eltern Helmut und Lotte Gehrung haben den Narrenbund, der 1965 gegründet wurde, in vieler Hinsicht geprägt. Die Idee, den Verein zu gründen, sei in der Metzgerei ihrer Eltern entstanden, erzählt die Neuhausenerin. Helmut Gehrung war von 1966 bis 1991 Hexenmeister und baute die Maskengruppe auf. „So bin ich mit der Fasnet aufgewachsen“, sagt Karin Gehrung-Deuschle lachend. Sie war als Hästrägerin aktiv und spielte bei der rein weiblichen Schalmeienkapelle Omägenis. So weckte sie die Begeisterung ihrer Kinder Christoph und Katharina schon früh.
Dass Tochter Katharina als dritte Vizepräsidentin des Narrenbunds schon in jungen Jahren Verantwortung trägt, das macht die Familie stolz. Ihre Großmutter Lotte, die im vergangenen Jahr verstorben ist, war über die Karriere der Enkeltochter beim Narrenbund besonders glücklich. Die 32-Jährige hat 28 Jahre lang bei den Tanzgarden Leistungssport betrieben. Da waren sie und ihre Teams es gewohnt, auf dem Siegertreppchen zu stehen. Jetzt findet sie es spannend, den Narrenbund auf einer anderen Ebene zu vertreten. Mit 1600 Mitgliedern ist der NBN der größte Verein im Landesverband Württembergischer Karnevalsvereine.
Katharina Deuschle (rechts) mit dem neuen Prinzenpaar. Foto: Narrenbund Neuhausen
„Sich für die Fasnet in Neuhausen und für die Allgemeinheit einzusetzen, das haben wir von unserer Familie gelernt.“
Katharina Deuschle, Vizepräsidentin NBN
Bei der Vereinsführung darf Narrenpräsident Ronald Witt auf ein starkes Team bauen. Mit seinen Vizepräsidenten Jörg Paertmann, Damaris Löw und Katharina Deuschle stemmt er nicht nur Großveranstaltungen wie die Prunkfestsitzungen, die Fasnetsumzüge und vieles mehr. Der Verein, der 2025 sein 60-jähriges Bestehen feierte, ist auch familiär geblieben. Bei den kulinarischen Weltreisen, die regelmäßig im Narrenheim steigen, kochen, servieren und kassieren die Präsidiumsmitglieder. „Sich für die Gemeinschaft einzusetzen, das haben wir von unserer Familie gelernt“, sagt Katharina Deuschle.
Selbst in schwierigen Situationen bleibt die Vizepräsidentin gelassen
Mit ihrer souveränen, gelassenen Art und ihrer Durchsetzungskraft liegt die Rolle der Vizepräsidentin Katharina Deuschle richtig gut. Selbst in schwierigen Situationen bleibt sie gelassen, bringt Ruhe in die Situation. „Vieles hat sich bei uns eingespielt“, findet sie. Da klappen die Abläufe in aller Regel reibungslos. Doch man müsse auf alles vorbereitet sein. Gerade die Massenveranstaltungen bedeuten für die Vereinschefs eine besondere Verantwortung. Dass die Fasnetsvereine immer mehr Bürokratie bewältigen und Zusatzauflagen finanzieren müssen, das erfüllt die Vizepräsidentin mit Sorge. Sie weiß, was es bedeutet, sich neben dem fordernden Berufsalltag fast täglich um die vielen Aufgaben im Ehrenamt zu kümmern. „Wichtig ist, bei allem die Sicherheit zu gewährleisten.“ Da arbeiten Deuschle und ihre Kollegen sehr gründlich. Selbst die Umzüge mit Zehntausenden Besuchern gehen so reibungslos über die Bühne.
Trotz all der Aufgaben ist der 32-Jährigen nichts zu viel, wenn es um den Narrenbund geht. Deshalb fällt es ihr auch leicht, andere zu motivieren. Dass der Verein mit seinen 15 Maskengruppen keine Nachwuchssorgen hat, freut Katharina Deuschle. Im Präsidium gibt sie auch den jungen Narren eine Stimme, die zwar die Tradition hochhalten, aber auch mal neue Wege gehen wollen. Dass sich junge Menschen wieder verstärkt für die lange gewachsene Fasnet interessieren, das gefällt der jungen Vizepräsidentin. Dennoch findet sie es spannend, beim Narrenbund auch „offen zu sein für neue Ideen“.
Im Elferrat des Narrenbunds sitzen jetzt auch Frauen
Da beim NBN die Fasnets- und die Karnevalstradition gepflegt werden, kümmert sich der Elferrat zum Beispiel um die Organisation der Prunkfestsitzungen. Lange war dieses Gremium Männern vorbehalten. Inzwischen ist der Elferrat auch für Frauen offen. Katharina Deuschle ist da ebenfalls Mitglied. Dass die Geschlechter auch bei diesen zunächst männlich geprägten Institutionen gemeinsame Sache machen, findet Deuschle gut. Zugleich sieht sie es als eine wichtige Aufgabe an, die gerade in der katholischen Hochburg so lange gewachsene Traditionen zu erhalten und in die junge Generation weiterzutragen.
Die Prunkfestsitzungen des Narrenbunds
Höhepunkte Die Vielfalt der Fasnet und der närrischen Kultur zeigt der Narrenbund Neuhausen bei den Prunkfestsitzungen in der Egelsee-Festhalle in Neuhausen, die jedes Jahr Höhepunkte der Kampagne sind. Mehr als 150 Mitwirkende machen das Abendprogramm mit karnevalistischem Gardetanz, Büttenreden und Musik zum Erlebnis.
Termine Die Termine am 23. und am 31. Januar sind bereits ausverkauft; für die Termine am 24. und am 30. Januar gibt es noch Karten unter: www.narrenbund-neuhausen.de