Narrenpreis für Wolfgang Bosbach Ehemaliger Karnevalsprinz erhält „Goldene Narrenschelle“

Von red/dpa/lsw 

Wolfgang Bosbach wird von Narren in Baden-Württemberg gefeiert. Vor seinem angekündigten Abschied aus dem Bundestag erhält er die „Goldene Narrenschelle“. Es ist für ihn ein persönliches Jubiläum.

Die „Goldene Narrenschelle“ für Wolfgang Bosbach – vor seinem angekündigten Abschied aus dem Bundestag erhält der Politiker die Ehrung durch die Narren. Foto: dpa
Die „Goldene Narrenschelle“ für Wolfgang Bosbach – vor seinem angekündigten Abschied aus dem Bundestag erhält der Politiker die Ehrung durch die Narren. Foto: dpa

Rust - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach hat die „Goldene Narrenschelle“ der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) erhalten. „Es ist das erste Mal in meinem karnevalistischen Leben, dass ich tief in die schwäbisch-alemannische Fastnacht eintauche. Ich bin gerührt“, sagte der 64-Jährige bei der Preisvergabe am Mittwochabend im Europa-Park in Rust bei Freiburg. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Bosbach wurde mit dem undotierten Preis für Narreteien und Humor im politischen Alltag ausgezeichnet. Es ist ein Jubiläum: Vor genau 40 Jahren, 1977, war Bosbach in seiner Heimatstadt Bergisch Gladbach bei Köln zum Karnevalsprinzen Wolfgang I. gekürt worden.

Schunkeln, ohne verschaukelt zu werden

„Hier kann man schunkeln, ohne verschaukelt zu werden“, freute sich der Politiker, der bei der Bundestagswahl im September nach 23 Jahren als Abgeordneter nicht mehr antreten wird. Er strebe danach kein aktives politisches Amt mehr an, sagte er. „Ich werde aber ein politisch engagierter und interessierter Mensch bleiben.“ Bis dahin arbeite er im Parlament in Berlin: „In Sachen Lebensfreude bin ich Rheinländer, in der Politik 100 Prozent Preuße.“

Die „Goldene Narrenschelle“ wird seit 2006 jährlich an einen Prominenten vergeben. Zu den Preisträgern gehören Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU), der SPD-Politiker Wolfgang Thierse, Schlagersänger Tony Marshall und Fernsehmoderator Frank Elstner.

Herz am rechten Fleck

Vor einem Jahr wurde die bayerische Staatsministerin Beate Merk (CSU) ausgezeichnet, sie hielt nun die Laudatio auf Bosbach. „Er trägt das Herz am rechten Fleck - und manchmal auch auf der Zunge“, sagte sie über den CDU-Politiker. Das mache ihn unverwechselbar.

Die närrische Bühne ist für Bosbach kein Neuland: Er war in seiner Heimatstadt von 1990 bis 2012 Präsident der Karnevalsgesellschaft Große Gladbacher, seit 2013 ist er Ehrenpräsident des Vereins. Nach eigenen Angaben hat er in seiner Laufbahn weit mehr als 100 karnevalistische Veranstaltungen geleitet. Dem Karneval, sagte er, werde er eng verbunden bleiben.