Appetithappen haben sie in ihrem Hexenkessel ausgekocht: Die Berk-Hexen zündeten in Esslingen-Berkheim ein Unterhaltungsfeuerwerk.

Echt oder unecht? Schwer zu sagen. Polizisten, Sanitäter oder Security-Personal waren in der Osterfeldhalle in Esslingen-Berkheim. Waren sie in offizieller Funktion am Samstagabend dort oder hatten sie sich verkleidet? Eine Kostümierung war bei der Hexen-Nacht der Berk-Hexen eingeforderte Pflicht. „Ohne Verkleidung kein Einlass“ stand auf dem Ankündigungsplakat.

 

Bei den Berk-Hexen ist Verkleidung Pflicht

Die Ankündigung wurde unterschiedlich ausgelegt. Es gab die dezenten Verkleidungen – aufgemalte Herzchen auf den Wangen, dunkle Sonnenbrille, glitzernde Stirnbänder, eine große Ansammlung bunter Ketten um den Hals oder Hüte, Kappen und Mützen in jeder Form. Aber es gab auch Ganzkörperkostümierungen – einen Mann in einer Fantasieuniform mit vielen Orden, eine Krankenschwester mit großen Spritzen in der Hand, Rennfahrer und Piloten. Sogar ein Osterhase war dabei.

Elegant: der Showtanz des Sulzbacher Carnevalsvereins. Foto: Thomas Kaltenecker

War er echt oder unecht? Schwer zu sagen. Denn zum Nachfragen blieb wenig Zeit. Vom närrischen Beginn um 19.22 Uhr an wurde im Programm ein Unterhaltungskracher nach dem nächsten abgefeuert. Fehlzündungen gab es dabei keine. Tänze, Guggenmusiken, flotte Weisen mit dem Fanfarenzug Hirrlingen und andere Darbietungen lösten sich bei diesem Unterhaltungsfeuerwerk nahtlos auf der Bühne ab.

Keine Geburtstagsparty, aber eine gelungene Fete war die Hexen-Nacht

Viele Hexenkollegen waren zur Fete der Berk-Hexen gekommen. Eine Geburtstagsparty war die Hexen-Nacht in dem Esslinger Stadtteil zwar ausdrücklich nicht, erklärt Zunftmeister Stephan Dorer. Denn gefeiert würden ja eher närrische Jubiläen – wie das zum 22-jährigen Bestehen der Berk-Hexen vor drei Jahren. Doch immerhin wird seine rührige Truppe in diesem Jahr 25 Jahre alt. Aber als Feier dafür möchte er die Hexennacht nicht verstanden wissen.

Eine närrische Gaudi war sie dennoch. Fast bis Mitternacht gab es ein hochkarätiges Programm mit Fasnet vom Feinsten. Keine Höhenangst hatten dabei die Panscherhexen. Völlig ungepanscht bildeten sie menschliche Pyramiden fast ägyptischen Ausmaßes. Und die Liebenau-Häxa warteten mit einer Oldie-Youngster-Kombination auf: Reizende Omas mit grauem Haar und roten Mini-Hütchen eröffneten mit Gehstöcken und viel Charme den Reigen. Dann fielen die Hexen in den Schwof mit ein.

Sie brachten Grazie in die Osterfeldhalle: die Tanzgarde Schlierbach. Foto: Thomas Kaltenecker

Im Bus, mit dem sie zu Veranstaltungen fahren würden, erzählt eine Tanzteilnehmerin, gebe es vorne bei den etwas Älteren immer Remmidemmi. Während es hinten bei der Jugend stets ruhiger sei. So war die Idee geboren, die fidelen Stimmungsmacher aus den vorderen Busreihen in die Aufführung zu integrieren. Sie kann das gerade noch erzählen. Dann nähert sich eine schaurige Hexe mit grimmiger Maske. Echt oder unecht?