Nationale Pressestimmen zum Deutschland-Aus bei der EM 2021 „Gerechte Strafe für drei Jahre Stümpern beim DFB“

Die nationale Presse geht hart ins Gericht mit dem scheidenden Bundestrainer Joachim Löw. Foto: AFP/Andy Rain 19 Bilder
Die nationale Presse geht hart ins Gericht mit dem scheidenden Bundestrainer Joachim Löw. Foto: AFP/Andy Rain

Die deutsche Nationalmannschaft ist im Achtelfinale der EM gegen England ausgeschieden. In Wembley gab es eine 0:2-Niederlage. Wie die nationale Presse das Ende der Ära Joachim Löw gesehen hat, lesen Sie hier.

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Stuttgart - Die Ära Joachim Löw endete mit dem 0:2 im EM-Achtelfinale gegen England. Wie hat die deutsche Presselandschaft das Aus und die Arbeit des (Ex-)Bundestrainers bewertet? Ein Überblick.

„Spox.com“ „Ausgerechnet im 198. und letzten Spiel der Ära Joachim Löw lernen wir den Bundestrainer als Angsthasen kennen, der verzagten und passiven Fußball spielen lässt. Das an sich nicht blamable Ausscheiden im EM-Achtelfinale wird durch das Verhalten des Bundestrainers umso unverständlicher.“

„Frankfurter Allgemeine“ Deutschland, die gefürchtete Turniermannschaft – es war einmal. Auch, weil Löw seit dem Absturz bei der WM 2018 in Russland mit dem Aus nach den Gruppenspielen nie mehr die Kraft und Phantasie aufbrachte, an glorreiche Zeiten, kulminierend im WM-Triumph 2014 in Brasilien, wenigstens in Umrissen anzuknüpfen. Der Bundestrainer war schon lange vor seinem letzten Spiel in der Verantwortung für die Nationalmannschaft kein Mann mehr, der noch einmal etwas hätte bewegen können.“

„Sport-Bild“ Kritik an Wechseln: Warum brachte Löw Musiala nicht schon früher? Dieses EM-Aus tut richtig weh! Die DFB-Elf verliert 0:2 gegen England, fliegt schon im Achtelfinale raus.“

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„Sport1“ „Das 0:2 gegen England am Dienstagabend im Wembley-Stadion: die gerechte Strafe für drei Jahre Stümpern beim DFB. Vom Bundestrainer bis zur Führungsspitze: Niemand hat Entscheidendes aus der WM-Blamage von 2018 gelernt und der wichtigsten Mannschaft des Landes eine Richtung gegeben. An Warnsignalen hat es nie gemangelt. Das 0:6 gegen Spanien, das 1:2 gegen Nordmazedonien und zuletzt das 2:2 gegen Ungarn, davor die traurigen Auftritte in der Nations League, die faden Erklärungen des Bundestrainers in der Krisenbewältigung, das Hin und Her bei Thomas Müller und Mats Hummels.“

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„Die Welt“ „Joachim Löw hat den deutschen Fußball umgekrempelt. Als Trainer, aber auch als Mensch. Dann aber verpasste er den richtigen Absprung, wie ihm an diesem bitteren Abend in London selbst dämmerte.“

„Spiegel“ „Das Aus der deutschen Mannschaft besiegelt auch das Ende von Joachim Löw als Bundestrainer. Er nimmt nach 15 Jahren seinen Abschied als Bundestrainer. Geliebt wurde er nie, aber die Erfolge gaben ihm lange recht. Dann verließ ihn sein Instinkt. Ist das auch das Ende seiner Trainer-Karriere?“

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„Bild“ „Sowohl Löw selbst, als auch die DFB-Führung um Manager Oliver Bierhoff sollten zugeben, dass es besser gewesen wäre, nach dem 0:6 gegen Spanien im November, spätestens aber nach dem 1:2 gegen Nord-Mazedonien im März einen vorzeitigen Schlussstrich zu ziehen. Kuntz, Rangnick oder zwischenzeitlich der spätere Champions-League-Sieger Tuchel hätten bereitgestanden. Der DFB hatte sich in die Hoffnung verrannt, ein Bundestrainer Löw, der auf Grund seines angekündigten Abschieds auf keinen mehr Rücksicht nehmen müsste, würde es nochmal allen zeigen.“

„Süddeutsche Zeitung“ „Ja, das Spiel gegen England hätte anders laufen können, trotzdem bleibt das große Gefühl einer vertanen Chance. Der verdienstvolle Bundestrainer Joachim Löw muss mit dem Urteil leben, den Zeitpunkt zum Aufhören verpasst zu haben.“

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„Kicker“ Löws Ära endet in Wembley – Achtelfinal-Aus bei der EM gegen England. Sieben Gegentore in vier Spielen sprechen eine deutliche Sprache: Deutschlands Hintermannschaft war nicht eingespielt, die Automatismen nicht fest genug verankert. Ähnliches gilt für das Offensivspiel, das auch gegen England nur selten Wucht erzeugen konnte. Löw wird sich eingestehen müssen, wenn er nach der Rückkehr in die Heimat in die innere Einkehr geht, dass er Mats Hummels und Thomas Müller zu spät reaktiviert und dadurch wertvolle Zeit verschenkt hat. Dass er unnötigerweise erst auf den letzten Drücker auf eine Dreierkette umschwenkte.“

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