Nationalpark Nordschwarzwald Altmaier würdigt Nationalpark-Aktivisten

Umstrittenes Projekt: nicht jeder hat ein Herz für den Nationalpark. Foto: dpa
Umstrittenes Projekt: nicht jeder hat ein Herz für den Nationalpark. Foto: dpa

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) zeichnet das Projekt aus dem Schwarzwald aus. Die CDU-Landtagsfraktion will dagegen am Dienstag erklären, warum sie vom Nationalpark enttäuscht ist.

Landespolitik: Thomas Breining (tb)
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Stuttgart - Vorurteile durch Fakten ersetzen“, das hat sich der Freundeskreis für die Einrichtung eines Nationalparks Schwarzwald zum Ziel gesetzt. Der Streit über das Naturschutzprojekt zwischen Baiersbronn, Baden-Baden und der Hornisgrinde wird von Befürwortern und Gegnern bekanntlich mit hohem emotionalem Einsatz geführt. Dabei steht sachliche Aufklärung nicht immer im Zentrum. Die in dem Verein engagierten Bürger stammen aus allen möglichen Gemeinden, die der von der grün-roten Landesregierung initiierte Nationalpark berührt. Sie können sich und ihr Anliegen jetzt von hoher Stelle gewürdigt sehen. Denn der Freundeskreis und der ihn unterstützende Nabu Baden-Württemberg sind am Sonntag von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mit einem Preis ausgezeichnet worden: als Projekt des Jahres der UN-Dekade für biologische Vielfalt.

Top-Vorhaben des Jahres

Die Fachjury hat aus hundert verschiedenen Projekten aus ganz Deutschland das Schwarzwälder als das Top-Vorhaben dieses Jahres herausgepickt – als erstes überhaupt. Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 zu einer Dekade des Kampfes um biologische Vielfalt ausgerufen. Die Menschen sollen dabei für den Erhalt der Biodiversität sensibilisiert werden.

In dieser Hinsicht dürfte Altmaier bereits sensibilisiert sein. Er war, aus zeitlichen Gründen, wie es heißt, verhindert, den Preis persönlich zu übergeben. Er stellte aber ein Treffen mit den Preisträgern in Aussicht. Dass die CDU-Landtagsfraktion am Dienstag erklären will, warum sie den Nationalpark – zumindest in seiner jetzigen Form – als Enttäuschung sieht, dürfte dem Christdemokraten im Berliner Umweltressort nicht bekannt gewesen sein.

Spitzenposition des Südwestens

Die Auszeichnung fand in Osnabrück statt, am Rande der Verleihung des Deutschen Umweltpreises aus der Hand von Bundespräsident Joachim Gauck. Der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgelobte Preis ist der höchstdotierte seiner Art in Europa – und auch hier zeigt sich die Spitzenposition des Südwestens. Die 500 000 Euro teilen sich die „Stromrebellin“ Ursula Sladek aus Schönau im Schwarzwald und die Geschäftsführerin des Dämmstoffherstellers Hock, Carmen Hock-Heyl, aus Nördlingen – nur knapp schon in Bayern.

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