Noch vor dem Spiel hatte ein anderer Profi des VfB Stuttgart im Mittelpunkt gestanden. Klar, es war Alexander Nübel, der in Bosnien sein Länderspieldebüt für die DFB-Elf gab. Bundestrainer Julian Nagelsmann referierte vor der Partie in Zenica über seine Überlegungen im Konkurrenzkampf zwischen den beiden Keepern Nübel und Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim. „Wir haben überlegt, dass beide ein Spiel bekommen, beide haben einen guten Saisonstart hingelegt“, sagte Nagelsmann: „Olli war einen Tick besser, was auch an der Erwartungshaltung in Stuttgart liegt, da schauen mehr Leute drauf nach so einer guten Saison, die Erwartungshaltung ist in Hoffenheim nicht so groß.“
Eine knappe Dreiviertelstunde nach dem Nagelsmann-Interview schauten dann in Bosnien alle bei einem anderen Stuttgarter drauf – weil sie aus dem Staunen kaum rauskamen. Denn VfB-Angreifer Deniz Undav schnürte binnen sechs Minuten einen Doppelpack beim 2:1-Sieg der DFB-Elf im Nations-League-Spiel (30. und 36.). Und stahl seinem Teamkollegen, dem Debütanten Nübel, damit die Show – was zunächst auch damit zu tun hatte, dass Nübel gegen meist harmlose Bosnier kaum etwas zu tun bekam. Bis er in der 70. Minute nach einem Kopfball von Edin Dzeko aus kurzer Distanz noch dran war, am Ende aber hinter sich greifen musste.
Undav jedenfalls hat einen Lauf in der DFB-Elf, denn schon beim vorherigen Länderspiel in Amsterdam gegen die Niederlande (2:2) hatte er getroffen. Keine Frage: Mit dieser Torquote hat der Stürmer gute Chancen, sich mit Blick auf die WM 2026 in der deutschen Startelf festzuspielen – auch wenn irgendwann mal wieder alle Verletzten zurück sind und der Kader komplett ist.
Auch Mittelstädt sammelt Pluspunkte
Apropos festspielen: das hatte auch der Stuttgarter Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt in der vergangenen Saison geschafft in der DFB-Elf – vor und zunächst auch während der Heim-EM. Dann aber verlor Mittelstädt nach der Vorrunde seinen Stammplatz an den Leipziger David Raum, was in den Länderspielen nach dem Turnier so blieb. Raum aber musste nun vor ein paar Tagen verletzt abreisen aus dem Teamquartier in Herzogenaurach. Mittelstädt durfte also gegen Bosnien wie seine VfB-Kollegen Nübel und Undav von Beginn an ran. Und, was soll man sagen – er nutzte seine Chance. Denn der Vorlagengeber zum 2:0 durch Undav war, genau, Mittelstädt, der die Kugel scharf nach innen gebracht hatte.
Mit Schrecken beobachtete ein weiterer VfB-Profi diese Szene und vorher schon das 0:1: Stürmer Ermedin Demirovic stand in der bosnischen Startelf. Er kämpfte und rackerte wie gewohnt. Und einmal, da setzte er zwischen den beiden Undav-Toren zum Sprint in Richtung deutsches Tor an – traf mit seinem Schuss in Minute 35 dann aber nur die Latte. Besser machte es eine Minute später der Mann, der nicht nur dem Debütanten Nübel an diesem Abend die Show stahl.
Mit Angelo Stiller (Einwechslung in der 67. Minute) und Chris Führich (82.) kamen dann übrigens noch zwei weitere Mitglieder des VfB Deutschland ins Spiel