Nationalspieler von Frisch Auf Göppingen bei EM So sieht Sebastian Heymann bisher die Handball-EM

Sebastian Heymann versucht sich gegen Islands Ymir Örn Gislason durchzusetzen, der in der neuen Saison zu Frisch Auf Göppingen wechselt. Foto: Imago/Steinbrenner

Wenn Julian Köster Entlastung braucht, kommt Sebastian Heymann von Frisch Auf Göppingen bei der Handball-EM für Deutschland zum Einsatz. Wie sieht seine bisherige Bilanz aus?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Rückraumspieler Sebastian Heymann von Frisch Auf Göppingen warf in den bisherigen vier Spielen bei der Handball-EM zehn Tore. Wie sieht der 25-Jährige seine bisherigen Leistungen? Wie blickt er auf das Hauptrunden-Duell mit Österreich (Samstag, 20.30 Uhr/ARD)?

 

Herr Heymann, wie haben Sie den Island-Thriller verarbeitet?

Sehr gut, bei einem positiven Ergebnis ist das immer sehr viel leichter. Wir haben es extrem genossen, vor dieser grandiosen Kulisse zu spielen und dann auch noch ein solch wichtiges Spiel zu gewinnen.

Wie lange benötigen Sie nach solch einem Spiel, um runterzukommen?

Das war gestern nicht ganz so einfach. Kurz nach 2 Uhr habe ich versucht, die Augen zuzubekommen. Am Samstag wurde die Frühstückszeit zum Glück bis 10 Uhr verlängert (lacht).

Mit wem teilen Sie das Zimmer?

Mit Nils Lichtlein.

Müssen Sie ihn trösten, dass er nicht im Kader ist?

Nein, Nils ist ein super Typ und geht damit sehr gut um. Wir wissen, das Turnier ist lang, wir brauchen am Ende jeden Mann.

Island galt als mit die kniffligste Aufgabe. Ist es eine Gefahr, dass nun jeder von einem Sieg gegen Österreich ausgeht?

Also wer diese EM verfolgt, weiß dass es keine leichten Spiele gibt, und schon gar nicht gegen dieses österreichische Team. Das ist unser nächstes Endspiel. Wir brauchen die gleiche Einstellung, was Kampf und Moral angeht. Wenn wir den Traum vom Halbfinale aufrechterhalten wollen, dürfen wir uns keinen Ausrutscher leisten.

Was muss besser werden?

Wir müssen vor allem in Phasen, in denen wir die Chance haben, wegzuziehen, abgezockter werden, mehr Konstanz reinbringen.

Wie sehen Sie Ihre eigene Leistung bisher?

Ich bin sehr zufrieden. Seit dem Tag des Handballs im vergangenen November bis jetzt, habe ich noch einmal einen extrem großen Schritt gemacht, das zeigt ja auch die Tatsache, dass ich nun auch verstärkt im Angriff zum Einsatz komme. Trotzdem bin noch nicht ganz auf dem Niveau wie vor meinem Kreuzbandriss, es fehlt noch an Kleinigkeiten.

Vor allem bei den Anspielen?

An der Präzision muss ich weiter arbeiten und an der richtigen Entscheidungsfindung ebenso. Wenn ich bei sieben, acht Metern ohne Kontakt bin, will der Bundestrainer von mir kein Anspiel an den Kreis sehen, sondern einen Wurf aufs Tor. Er und die Mitspieler geben mir insgesamt aber viel Vertrauen, das hilft ungemein.

Wie weit kommt Deutschland bei der EM?

Unser großes Ziel ist das Halbfinale. Wenn man das erreicht, warum soll man es dann nicht auch ins Finale schaffen?

Als Europameister mit Ihrem Verein Frisch Auf Göppingen am 7. Februar ins Spiel gegen den TVB Stuttgart zu gehen, hätte etwas.

Ich hätte nichts dagegen, aber jetzt konzentrieren wir uns erst einmal voll und ganz auf Österreich.

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