Ein Weißstorch verunglückt am Naturparkzentrum in Zaberfeld. Die Chancen für die Brut gelten als gering – zugleich gibt es positive Nachrichten von zwei Senderstörchen.
Im Naturpark Stromberg-Heuchelberg ist am Montagmorgen ein männlicher Weißstorch ums Leben gekommen. Der Vorfall geschah am Naturparkzentrum in Zaberfeld im Landkreis Heilbronn – der Naturpark Stromberg-Heuchelberg erstreckt sich über 41.000 Hektar vom nordwestlichen Ende des Landkreises Ludwigsburg bis in den südwestlichen Teil des Kreises Heilbronn.
Laut einer Facebook-Mitteilung des Naturparks prallte der Vogel vermutlich beim Anflug auf das Nest mit einem Bündel Nistmaterial im Schnabel gegen ein Hindernis. Augenzeugen gab es nicht.
Nach dem Fundort zu urteilen, ist der Vogel vermutlich gegen eines der auf dem Gelände stehenden Spielgeräte geflogen, möglicherweise wurde er von der tiefstehenden Sonne geblendet. Diese Einschätzung gilt als wahrscheinlich, bleibt jedoch eine Mutmaßung, so die Verantwortlichen des Naturparks.
Der Storch wurde noch am Unglücksort vom NABU-Vogelbeauftragten begutachtet und zur weiteren Untersuchung an das Chemisch-Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe gebracht.
Auswirkungen auf den Nachwuchs
Laut den Experten stehen die Chancen auf einen erfolgreichen Brutverlauf für das verbliebene Weibchen schlecht. Zwar sitzt es weiterhin auf den Eiern, doch bei Weißstörchen ist die Brutpflege eine Aufgabe, die nur im Team funktioniert. Besonders in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen benötigen die Küken Schutz, Wärme und regelmäßige Fütterung – Aufgaben, die ein einzelner Vogel kaum bewältigen kann. Auch eine neue Verpaarung oder die Übernahme des Nests durch ein anderes Brutpaar verspricht offenbar zu diesem späten Zeitpunkt kaum Erfolg.
Umso erfreulicher sind die Nachrichten von zwei Senderstörchinnen des Projekts. Laut der Naturpark-Meldung hat sich die Störchin Adele nach ihrer Rückkehr aus Spanien im Kochertal niedergelassen. Ihre Schwester Aria, die lange in Südfrankreich verweilte, ist am Mitte April weiter nach Norden gezogen und in Nordbaden bei Hambrücken eingetroffen, wo sie sich seither aufhält.
Was macht den Naturpark Stromberg‑Heuchelberg so besonders?
Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg ist ein großflächiges Schutzgebiet, das sich über die Landkreise Ludwigsburg und Heilbronn erstreckt. Er bietet eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft aus Wäldern, Weinbergen, Streuobstwiesen und naturnahen Tälern.
Die Verantwortlichen verfolgen das Ziel, Natur und Landschaft zu bewahren, nachhaltige Erholung zu ermöglichen und Umweltbildung zu fördern – etwa durch Naturführungen mit dem Fokus auf Kräuter oder Schmetterlinge oder durch die Ausstellung „Jäger der Dunkelheit“ über Fledermäuse, die ab dem 6. Mai im Naturparkzentrum in Zaberfeld eröffnet.