Naturfotografie Planet in Gefahr

Von Bettina Bernhard 

Die Zoologen und Naturfilmer Alastair Fothergill und Keith Scholey aus Großbritannien zeigen die Erde, wie sie ist: in ihrer ganzen Vielfalt, Schönheit und Verletzlichkeit. Ihr Bildband ist ein flammendes Plädoyer gegen die Ausbeutung durch den Menschen und für den Schutz gefährdeter Lebensräume.

Ein Bild für die Ewigkeit: ein Pinguin springt in die Luft, um vom Wasser aufs Eis zu gelangen, und der Fotograf drückt im richtigen Augenblick auf den Auslöser. Foto: Vincent Munier 7 Bilder
Ein Bild für die Ewigkeit: ein Pinguin springt in die Luft, um vom Wasser aufs Eis zu gelangen, und der Fotograf drückt im richtigen Augenblick auf den Auslöser. Foto: Vincent Munier

Stuttgart - Am Anfang war die Mondmission. Doch nicht deren technische Leistung ist der Anlass für diesen Bildband, sondern das, was sie möglich machte: Die Erde von außen zu sehen. Die Fotos zeigten, wie schön, aber auch wie zerbrechlich, global verbunden und begrenzt die Erde und ihre Ressourcen sind. „Heute, 50 Jahre später, besteht kein Zweifel, dass auf unserem Planeten tief greifende Veränderungen geschehen. Diese Veränderungen sind so schnell und umfassend wie damals, als der Planet von einem Asteroiden getroffen wurde. Nur sind sie diesmal durch das Einwirken unserer eigenen Spezies verursacht“, warnt der Naturfilmer Sir David Attenbourough im Vorwort. Und so versteht sich der Prachtband als Porträt eines Planeten in Gefahr.

Die Fotos lösen Emotionen aus

Die Fotos, die rund ein Dutzend Naturfotografen sowie die beiden Autoren beigesteuert haben, sind bis auf ganz wenige Ausnahmen großartig. Nahezu jedes einzelne schafft es, Emotionen beim Betrachter auszulösen. Sorge, Wut und Trauer über sichtbar zerstörte Natur, über zersiedelte Landstriche, brennende Wälder, in die Enge gedrängte Tiere. Aber auch Staunen, Begeisterung, Andacht angesichts der Schätze des Planeten, angesichts monumentaler Eiswelten, prallen Urwalds und seltener Meeresbewohner.

Eine bildreiche Liebeserklärung an die Erde

Die Texte bewegen sich zwischen Weltuntergangsstimmung und schierem Glauben an das Gute im Menschen. Allesamt sind sie informativ, intelligent und flott formuliert, nirgendwo polemisch oder oberlehrerhaft. Fakten zeigen Zusammenhänge auf, Grafiken veranschaulichen die Überfischung der Meere oder das Artensterben. Auch Rezepte für die Rettung fehlen nicht. Fragen, die sich beim Anschauen der Fotos stellen, werden beantwortet, doch der Text drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern funktioniert als kompetenter aber bescheidener Begleiter dieser bildreichen Liebeserklärung an die Erde.