Naturschutz in Stuttgart Die Stadt lässt Blumen blühen

Von Uli Meyer 

Stuttgart blüht auf. Die Stadtverwaltung will dafür sorgen, dass es im Kessel grüner wird und Insekten wieder mehr Lebensraum finden.

Mehr Blumen: Insekten sollen wieder mehr Nahrung finden in der Stadt. Foto: Max Kovalenko
Mehr Blumen: Insekten sollen wieder mehr Nahrung finden in der Stadt. Foto: Max Kovalenko

Stuttgart - Es blüht so bunt wie selten zuvor in der Stadt. Wer mit wachem Blick durch Stuttgart läuft, dem wird das auffallen. Blumenwiesen ergeben dieser Tage ein fröhlich-buntes Bild. Beispielsweise am Gerda-Taro-Platz in der Hohenheimer Straße. Da blühen Klatschmohn und Kornblumen und bieten ein prächtiges rot-blaues Farbenspiel.

Zufall ist das nicht. Auf der öffentlichen Grünanlage wurde im Herbst vergangenen Jahres gezielt eine bunte Blütenmischung ausgesät. Derzeit stehen Klatschmohn und Kornblumen in der Blüte, später werden noch Salbei, Margerite, Skabiose und weitere Blumen folgen.

Einheimisches Saatgut ausgebracht

Und so wie am Gerda-Taro-Platz in der Stadtmitte haben die Mitarbeiter des städtischen Garten- Friedhofs- und Fortsamtes weitere rund hundert Grünflächen im Stadtgebiet durch Aussäen von standortgerechtem und einheimischem Saatgut zum Blühen gebracht. Dafür wurden auch mehrere klassische Rasenstücke in Blumenwiesen umgewandelt. Über diese Flächen rollen dann auch ganz bewusst nicht so häufig die Rasenmäher der Mitarbeiter des Grünflächenamtes, wie es bei normalen grünen Wiesen üblich ist.

Das Ganze geschieht im Rahmen des Programms „Grüne Infrastruktur“, das auf Initiative von Oberbürgermeister Fritz Kuhn gestartet worden ist. „Wir als Stadt tun viel für den Naturschutz und speziell auch für den Insektenschutz. Blühende Wiesen bieten Insekten reichhaltig Nahrung und sehen noch dazu schön aus“, betont das grüne Stadtoberhaupt.

Geld für urbanes Gärtnern

Im Rahmen dieses Programm hat die Stadt nach eigenen Angaben im vergangenen und diesem Jahr zusammen rund elf Millionen Euro zusätzlich investiert. Damit seien neue Bäume gepflanzt worden, würden Parks und Spielplätze hergerichtet und besser gepflegt. Auch für das „Urbane Gärtnern“ flossen Finanzmittel aus diesem Topf. „Mehr Grün im Stuttgarter Kessel“ - dahinter steckt die Überzeugung, dass Bäume und pflanzliches Grün das Gesicht der Stadt prägen soll und maßgeblich zur Lebensqualität beitragen hilft. Ziel sei es, die Landeshauptstadt insgesamt ökologisch aufzuwerten und dauerhaft Grünflächen als Nahrungsflächen für Insekten anzubieten, heißt es dazu aus dem Stuttgarter Rathaus. Aus diesem Grund sei auch das Aktionsjahr „Lass es blühen! – Gemeinsam für Insektenvielfalt“ ausgerufen worden.

Zum Konzept der „Grünen Infrastruktur“ gehört den Angaben zufolge neben der Umwandlung von Rasenflächen auch die Schaffung von neuen Bienenweiden in der Landeshauptstadt.

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