Naturschutz Rotmilan bremst Windkraft aus

Von Klaus Nonnenmacher 

Das Regierungspräsidium macht bei Adelberg für Windenergie keine Ausnahme. Seltene Greifvögel haben Vorrang.

Rotoren können für Vögel zu tödlichen Fallen werden. Foto: dpa
Rotoren können für Vögel zu tödlichen Fallen werden. Foto: dpa

Adelberg - Die Gemeinde Adelberg und die Bürgerinitiative, die gegen den Bau von Windkraftanlagen im Schurwald streiten, dürfte es freuen: Das Regierungspräsidium hat jetzt den Artenschutz über die Windenergievorhaben am Kaisersträßle bei Adelberg gestellt. Die zwei bis zu 230 Meter hohe Windräder, die die EnBW dort plant, gefährdeten Rotmilane. Die im Allgemeinen seltenen, in jenem Gebiet jedoch übermäßig zahlreich vorkommenden Raubvögel könnten von den Rotoren tödlich getroffen werden.

Zu viele Vögel nisten in der Nähe

Wer dieses Risiko dennoch eingehen will, muss eine „Ausnahme vom Tötungsverbot“ beantragen. Diese könne für den Windpark Adelberg, der unter dem Kürzel GP-01 geführt wird, nicht erteilt werden hat das Regierungspräsidium Stuttgart jetzt dem Landratsamt mitgeteilt. Eine artenschutzrechtliche Ausnahme sei nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur möglich, soweit sich der Erhaltungszustand der Population einer Art nicht verschlechtere.

Das könnte schlimmstenfalls eintreten, denn im Umfeld der geplanten Anlagen nisten mindestens vier Rotmilan-Pärchen. Damit wäre die Zone ein „Dichtezentrum“, für das keine Ausnahmen erteilt werden können, stellt das Göppinger Landratsamt in bestem Amtsdeutsch fest.

Das hohe Gefährdungspotenzial könne auch nicht durch Maßnahmen wie Abschaltzeiten der Anlagen oder die Schaffung neuer Nahrungsflächen reduziert werden. Noch sind damit die Anlagen nicht gänzlich vom Tisch. Das Landratsamt, das letztlich den Bau der Anlagen genehmigen muss, teilt aber mit, dass mit dieser Maßgabe des Regierungspräsidiums eine wichtige Zwischenentscheidung im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren gefallen sei.

Windkraftgegner spüren Aufwind

Die Aktivisten der Bürgerinitiative werten die Mitteilung als Erfolg. „Dies dürfte dieses Projekt zum Scheitern verurteilen“, stellt Michael Haueis von der Bürgerinitiative pro Schurwald fest. Damit wären die Windkraftgegner aber auch eines ihrer Argumente gegen ein anderes nahe Adelberg geplantes Windkraftgebiet beraubt. Nämlich, dass die Gemeinde Adelberg durch die Schallimissionnen zweier Windkraftgebiete überbelastet sei. Wie berichtet unterstützt die Region dieses Vorhaben, bei dem im Wald zwischen Wangen und Oberberken insgesamt vier mehr als 200 Meter hohe Windräder gebaut werden sollen.




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