Naturschutz So wird Ihr Garten zum Vogelparadies

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Der natürliche Lebensraum von Vögeln schwindet – doch Hausbesitzer und Mieter können vieles tun, um ihr Grundstück so zu gestalten, dass sich Amsel, Drossel, Fink und Star wohl fühlen. Ein Experte gibt Tipps.

Eine Blaumeise in Waiblingen füttert ihr Junges – dieses Bild ist in den vergangenen Jahren immer seltener geworden. Foto: Gottfried Stoppel
Eine Blaumeise in Waiblingen füttert ihr Junges – dieses Bild ist in den vergangenen Jahren immer seltener geworden. Foto: Gottfried Stoppel

Rems-Murr-Kreis - Alle Vögel sind schon da, heißt es im Volkslied. Doch wie lange noch, könnte man fragen: Laut dem Leiter der staatlichen Vogelschutzwarte, Jörg Rathgeb, werden vor allem früher weit verbreitete Arten wie Feldlerche oder Goldammer immer seltener. „Die Bestände der Goldammer sind zwischen 2006 und 2016 um gut 25 Prozent zurückgegangen“, so Rathgeb. Die Gründe sieht er vor allem im fortschreitenden Lebensraumverlust und der Intensivierung der Landwirtschaft. Durch moderne, immer effektivere Spritzmittel fänden viele Vogelarten keine Nahrung mehr für ihre Jungen.

Um für das Brutvogelmonitoring der Landesanstalt für Umwelt zu bestimmen, wo welche Vogelarten leben, machen viermal im Jahr Freiwillige eine Bestandsaufnahme in ausgewählten, einen Quadratkilometer großen Probeflächen. Derer gib es im Rems-Murr-Kreis acht, in ganz Baden-Württemberg sind es ungefähr 400.

Schon Blühstreifen am Feld- und Wegrand könnten helfen

Darüber, wie sich der Bestand im Landkreis entwickelt, sagen diese Daten nichts aus – dafür wäre die Stichprobe von acht Gebieten zu klein. Laut Rathgeb ist das Ziel des Monitorings vor allem, zu überprüfen, wie sich Vogelschutzmaßnahmen, die von der Politik getroffen werden, bundesweit auf die Bestände auswirken. „Unsere Devise lautet: beobachten, bewerten, beraten“, erklärt er. Bundesweit gesehen, kommt er zum Schluss: „Die Maßnahmen zum Vogelschutz der letzten zehn bis 20 Jahre waren nicht wirksam.“ Er könnte sich vorstellen, dass vielen Arten schon geholfen wäre, wenn die EU oder der Bund Landwirten größere Anreize bieten würde, Blühstreifen am Rand ihrer Felder stehen zu lassen.

Doch auch Gartenbesitzer und sogar Mieter können gefiederten Mitbewohnern das Leben angenehmer gestalten. Wir haben Markus Wegst vom Fachbereich Naturschutz und Landschaftspflege beim Landratsamt Waiblingen um Tipps gebeten.




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