Die Fotografie ist sein liebstes Hobby: Uwe Schmietainski aus Hemmingen ist Mitglied der Nabu-Fotogruppe. Sie stellt von Montag an im Rathaus aus. Foto: Simon Granville
Die Nabu-Fotogruppe mit Mitgliedern aus Hemmingen und Umgebung wächst langsam, aber stetig. Und sie findet immer neue Wege, die Natur in Szene zu setzen.
Uwe Schmietainski hat jetzt viel Zeit für seine Leidenschaft. Seit Februar ist der 63-Jährige aus Hemmingen in Altersteilzeit. Das sei eine Umstellung, sagt er. Die aber keine Eintönigkeit mit sich bringt: Vor einigen Monaten ist er Großvater geworden, und im Haus gebe es einiges zu tun, was er, handwerklich geschickter Bastler, nach und nach abarbeite. „Ich fotografiere aber auch mehr als bisher. Dazu habe ich gerade richtig Lust“, erzählt Uwe Schmietainski über sein liebstes Hobby. Wann immer er wolle, könne er nun losgehen, raus in die Natur, auf der Suche nach Fotomotiven. Er lacht. Er gehe gern mit seiner Frau spazieren – die sich allerdings langweile, wenn er dann bloß am Fotografieren ist. Daher ist Uwe Schmietainski auch oft allein unterwegs.
Kürzlich hat er mit der Kamera ein Buschwindröschen im Zeilwald festgehalten. Das Bild ist aber nicht Teil der neuen Ausstellung der Nabu-Fotogruppe, deren Sprecher Uwe Schmietainski ist. Denn diese Fotos sind entstanden, nachdem die Mitglieder das Thema des Jahres festgezurrt hatten – Anfang 2025 – und daraufhin losgezogen sind.
Die Ausstellung im Hemminger Rathaus verfolgt bestimmte Ziele
Wann und wo sie ihre Bilder aufnehmen, bleibt grundsätzlich den Mitgliedern der Fotogruppe überlassen. Gesetzt ist lediglich das Motto beziehungsweise die Art des Motivs.„Abstrakte Fotografie“ lautet das Jahresthema diesmal, „Farben und Formen“ heißt die Ausstellung, die an diesem Montag, 16. März, um 17.30 Uhr im Hemminger Rathaus eröffnet. Die Schau soll Horizonte öffnen und zur Diskussion anregen.
Hängen die Bilder gerade? Und passen sie zueinander? Die Mitglieder der Nabu-Fotogruppe gestalten im Rathaus in Hemmingen ihre neue Ausstellung. Foto: Simon Granville
Es sei wichtig gewesen, so Schmietainski, dass jedes Gruppenmitglied seine eigenen Vorstellungen umsetzt. Die Herausforderung: Die Naturfotografen bei Bedarf abholen, sie aktivieren, ihnen Tipps geben, ohne ihnen zu viele Vorgaben zu machen. Zumal nicht jedes Bild gleich aussehen soll. „Wir wollen Vielfältigkeit darstellen.“ Zwölf Fotografinnen und Fotografen beteiligen sich an der Ausstellung, die 20 Bildern Platz bietet. Unschärfe, Verschwommenheit dominierten, stellt Uwe Schmietainski fest.
Und auch, dass es in der Natur ziemlich viele Farben und Formen gibt. Zudem sei Natur mehr als Bäume, Pflanzen, Tiere: Aus Schmietainskis Sicht gehören auch verlassene Gebäude dazu, die die Natur sich zurückholt, und Stimmungen. Er persönlich finde beispielsweise eine Herbststimmung in Form eines Farbteppichs aus unscharf aufgenommenen bunten Blättern schöner als einen scharf abgelichteten Baum samt einzelner Blätter. Und überhaupt: „Wir sehen in der Natur nur einen Bruchteil“, meint Uwe Schmietainski. Andere Lebewesen sähen weit mehr.
Auf Austausch und Feedback legt die Nabu-Fotogruppe großen Wert
Die Nabu-Fotogruppe mit Mitgliedern aus Hemmingen und der Umgebung wächst langsam, aber stetig. Worüber Uwe Schmietainski froh ist. „Wir müssen uns verjüngen.“ Zurzeit hat die Gruppe etwa 16 Mitglieder. Zuletzt sind zwei Frauen dazugestoßen. „Das ist bereichernd, weil sie neue Ideen und Fragestellungen mitbringen, die zum Nachdenken anregen.“ Die monatlichen Treffen im Bürgertreff in Hemmingen seien gut besucht.
Auf Austausch und Feedback legt die Fotogruppe großen Wert. Mit ein Grund, warum sie sich bislang nur ein Mal im Jahr im Hemminger Rathaus präsentiert sowie alle zwei Jahre bei der Kulturnacht. „Wir wollen nicht von einer Ausstellung zur anderen hecheln mit der Folge, dass der Austausch zu kurz kommt“, sagt Uwe Schmietainski.
Nächstes Jahr soll es dann aber doch erstmals eine weitere Ausstellung geben, und das auch noch außerhalb Hemmingens: in Asperg im Glasperlenspiel. Der Kontakt entstand über eines der neuen Mitglieder. Uwe Schmietainski formuliert es so: „Unsere kleine, aber feine Gruppe ist im Flow.“