Im Spätsommer bis Neujahr bekommen MieterInnen die Nebenkostenrechnung des vergangenen Jahres zugestellt. Mit welchen Kosten kann dabei gerechnet werden?

Digital Desk: David Hahn

Bis zum 31. eines jeden Dezembers flattern jährlich die Nebenkostenabrechnung und Betriebskostenabrechnung in den Briefkasten. Darin werden die Aufwendungen für das vorherige Jahr dargelegt. Während die einen hoffen, dass sie dabei den ein oder anderen Euro zurückbekommen, werden für andere Nachzahlungen fällig. Diese können es mitunter ordentlich in sich haben. Für Mieter sind die Kostenaufstellungen jedoch oft schwer zu überblicken und Vergleichswerte fehlen. Hier gibt es die Durchschnittswerte der Neben- und Betriebskosten im Überblick.

 

Was zählt alles zu den Nebenkosten und Betriebskosten?

Je nach Wohnsituation kann die Nebenkostenabrechnung individuell ausfallen. Es gibt aber bestimmte Vorgaben und Pflichten, die bei jeder Abrechnung gelten. So muss in jeder Abrechnung der berechnete Zeitraum vermerkt (also zum Beispiel 01.01.2024 bis 31.12.2024) und die Quadratmeterzahl für die berechnete Wohnung aufgelistet sein. So können Mieter nachrechnen, ob die Kosten richtig auf ihre Quadratmeter verteilt wurden.

Heizkosten, Grundsteuer und Co. – Kostenpunkte einer Nebenkostenabrechnung

In der Neben- und Betriebskostenabrechnung müssen die einzelnen Bestandteile aufgelistet sein. Es darf also nicht einfach nur „Nebenkosten“ berechnet werden. Folgende Bestandteile sind meistens in einer Nebenkostenabrechnung enthalten:

  • Grundsteuer
  • Müllabfuhr und Straßenreinigung
  • Gebäudereinigung
  • Heizkosten bzw. Warmwasserkosten
  • Abwasserkosten
  • Versicherungen wie Gebäudeversicherung und Haftpflichtversicherung
  • Beleuchtung
  • Allgemeinstrom
  • Winterdienst / Gartenpflege / Außenanlagen
  • Wartungskosten für Fahrstühle
  • Kabelanschlusskosten
  • Kosten für Hausmeister

Nebenkostenabrechnung: Wie viel zahlen Mieter pro qm?

Der Deutsche Mieterbund veröffentlicht zu jedem Jahr einen Betriebskostenspiegel, in dem berechnet wird, wie hoch die Nebenkosten in Deutschland pro Quadratmeter im Durchschnitt sind. Dadurch sollen Mieter abschätzen können, ob ihre Abrechnungen im Normalbereich liegen, oder nicht. Die letzten Zahlen stammen dabei aus dem Jahr 2023. In diesem Jahr mussten Mieter in Deutschland demnach durchschnittlich 2,51 Euro pro Quadratmeter und Monat für Betriebskosten zahlen. Dies entspricht einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Berücksichtigt man alle möglichen Betriebskostenarten, kann die sogenannte zweite Miete bis zu 3,15 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung summierten sich die Betriebskosten auf durchschnittlich 3.024 Euro im Jahr 2023.

Ein besonders starker Anstieg wurde bei den Heiz- und Warmwasserkosten verzeichnet, die im Durchschnitt 1,26 Euro pro Quadratmeter und Monat betrugen, in der Spitze jedoch bis zu 2,15 Euro pro Quadratmeter und Monat erreichten. Die Höhe dieser Kosten hängt stark vom energetischen Zustand der Wohnung, den Preisschwankungen der Energieträger (Heizöl, Gas, Fernwärme) und den zusätzlichen Belastungen durch die CO₂-Kosten ab. Im Vergleich zu 2022 stiegen die Heiz- und Warmwasserkosten um 18 Prozent. Die folgenden durchschnittlichen jährlichen Kosten wurden auf Basis der Angaben des deutschen Mieterbundes berechnet und bieten einen groben Anhaltspunkt für Mieter darüber, wie viel in Deutschland an Nebenkosten anfallen:

  • 50 Quadratmeter-Wohnung: ca. 1.506 Euro/Jahr bis 1.890 Euro/Jahr
  • 80 Quadratmeter-Wohnung: ca. 2.410 Euro/Jahr bis 3.024 Euro/Jahr
  • 100 Quadratmeter-Wohnung: ca. 3.012 Euro/Jahr bis 3.780 Euro/Jahr
  • 120 Quadratmeter-Wohnung: ca. 3.614 Euro/Jahr bis 4.536 Euro/Jahr