Pendler müssen sich umstellen: Ab Montag wird die Anschlussstelle Backnang-Mitte der B14 gesperrt – für ganze zwei Jahre. Die Umleitung führt mitten durch die Stadt. Was das bedeutet.
Wer in Backnang (Rems-Murr-Kreis) morgens zügig auf die B14 Richtung Stuttgart will, muss sich bald umgewöhnen – oder Geduld mitbringen. Denn wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilt, wird die südliche Rampe der Anschlussstelle Backnang-Mitte ab dem kommenden Montag, 10. November, komplett gesperrt. Und das nicht für ein paar Wochen, sondern für zwei Jahre – mindestens.
Hintergrund der Maßnahme ist der Neubau zweier Bahnbrücken im Rahmen des vierstreifigen B14-Ausbaus zwischen Nellmersbach und Backnang-West. Bereits seit März laufen dort Vorarbeiten, nun beginnt die nächste Phase: Auf dem engen Areal direkt an der Anschlussstelle müssen Montageflächen eingerichtet und Widerlager betoniert werden, damit die Elemente für die Eisenbahnbrücken im Jahr 2027 eingeschoben werden können.
Sperrung sorgt für Umleitung mitten durch Backnang
Die Folge: Der Verkehr aus Schwäbisch Hall kommend in Richtung Burgstetten/Erbstetten wird quer durch Backnang gelenkt. Anders als ursprünglich geplant wird die Gegenrichtung über die Stuttgarter Straße auf die B14 geführt. Verkehrsteilnehmer aus Richtung Schöntal fahren über Burgstetten/Erbstetten und Maubach auf die B 14.
Durch die Umplanung hoffen die Behörden, die Umleitung etwas entzerren zu können. Doch Fakt ist: Der Berufsverkehr wird teilweise durch Wohngebiete geführt, Schulwege kreuzen die Umleitung, und die Straßen sind kaum auf die Zusatzlast vorbereitet.
46 Millionen Euro für vierspurigen Ausbau der B14 bis 2030
Das Gesamtprojekt B14-Ausbau ist ambitioniert: Bis 2030 soll die Bundesstraße zwischen Nellmersbach und Backnang-West vierspurig verlaufen. Rund 46 Millionen Euro investiert der Bund allein in diesen Abschnitt. Für den Verkehr in der Region ist das dringend nötig, doch für die Anwohner beginnt mit der aktuellen Maßnahme eine Phase der Belastung, die viele unterschätzt haben dürften.
Wer künftig die B14 nehmen will, muss also nicht nur Umwege fahren, sondern auch Umdenken und vielleicht das Auto stehen lassen. Der Stau scheint jedenfalls programmiert.