Auf der Marbacher Straße am Stadteingang von Ludwigsburg spielen sich immer wieder ungewöhnliche Situationen ab: Autos, die aus Richtung Neckarweihingen kommen, scheren kurz nach der Neckarbrücke plötzlich aus und wechseln auf die linke Spur – um nur wenige Meter weiter wieder zurück auf die rechte Spur zu wechseln. Andere Autofahrer fahren hingegen durchgängig auf der rechten Spur.
Der Grund: Die Bushaltestelle Neckarbrücke mit den großen Markierungen auf der Fahrbahn sorgt bei so manchem für Verwirrung. Aber wer hat nun Recht? Ist es eine einfache Bushaltestelle, die jeder ganz normal befahren darf, oder ist es vielleicht doch eine reine Busspur, die für Autos tabu ist? Und wer hat am Ende der beiden Spuren eigentlich Vorfahrt?
Fahrspur ist für jeden freigegeben
„Die rechte Spur in der Marbacher Straße vor Gebäude Nummer 205 ist keine Busspur und darf von jedem Kfz mitbenutzt werden“, erklärt dazu Meike Wätjen, Pressesprecherin der Stadt Ludwigsburg. „Das Wort ,Bus‘ auf dem Boden weist lediglich darauf hin, dass hier ein Bus halten kann.“
Das ist der Unterschied zu der Busspur weiter Richtung Kernstadt, die kurz nach der Jet-Tankstelle beginnt. Hier ist die rechte Spur in der Tat ausschließlich für Linienbusse freigegeben. Autofahrer werden darauf aber im Vorfeld mit Schildern hingewiesen. An der Haltestelle Neckarbrücke gibt es ein solches Schild entsprechend nicht.
Bei manchen Autofahrern ist die Frage nach der „korrekten“ Spur zwar kein Thema. Doch da die rechte Spur gleich nach der Neckarbrücke gleichzeitig eine Abbiegespur ist, nutzen viele zunächst die linke Fahrspur, um schneller voranzukommen und nach der Bushaltestelle rechts wieder einzuscheren. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn die Vorfahrtssituation hat sich vor einigen Monaten geändert, erklärt Meike Wätjen.
„Vormals war die rechte Fahrspur, auf der die Bushaltestelle liegt, gegenüber der zweiten Fahrspur auf der linken Seite nicht bevorrechtigt, da diese Spur in die linke Spur übergegangen ist.“ Das hatte aber zur Folge, dass der Bus auch keine Vorfahrt hatte und auf die von links kommenden Autos warten musste. Zum Zweck der Busbeschleunigung wurde die Bevorrechtigung deshalb geändert.
Kein Anstieg von Unfällen
Statt dass die rechte in die linke Spur übergeht, ist es seither umgekehrt, der Übergang von der linken zur rechten ist jetzt „gestrichelt“. Das heißt: Fahrer auf der rechten Spur haben Vorfahrt. Dies werde zusätzlich wird mit zwei Verkehrsschildern angezeigt, so Wätjen.
Immerhin: „Seit der Änderung der Bevorrechtigung der Spuren liegen keine Meldungen der Polizei über einen Anstieg der Unfälle oder Gefahrensituationen an dieser Stelle vor.“