Neckarfantasien in Bad Cannstatt Gold für die Seele

Von Julia Bayer 

Micha Schlüter

„Hier unten am Neckar, am Tore zur Stadt, hier hab’ ich heute den lieben Tag verbracht. Nichts hinterfragt, nichts mehr gewollt, nur hier zu sein ist wie Seelengold“ – treffender könnten die Zeilen aus Micha Schlüters Lied „Die Erinnerung reicht aus“ für diesen Abend gar nicht lauten.

Micha Schlüter kann singen – und schwimmen. Foto: LG/Kovalenko

Ebenfalls passend: der Titel seines Albums, aus dem der studierte Profi-Gitarrist und Musiklehrer auf dem Theaterschiff Lieder darbot: „Nichtschwimmer“ lautet er. Weder die Gäste noch der Musiker mussten ihre Schwimmkünste an jenem Abend auf dem Neckar unter Beweis stellen – wäre es so weit gekommen, hätte sich Schlüter aber natürlich über Wasser halten können. Der Album-Titel entstand so: In seinen Anfängen hat Schlüter stets im einstigen Schwimmbad im Haus seiner Eltern geprobt, wo das Becken kurzerhand mit einem Fußboden verschlossen worden war. Mit Schwimmen war da nichts mehr. Das Proben statt Schwimmen hat sich jedenfalls gelohnt: Seine mal lustigen, mal nachdenklichen Stücke im Stil der klassischen Liedermacherei, gepaart mit Einflüssen von Jazz, Pop, Folk oder Gipsy rundeten den wortreichen Abend wunderbar ab.

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