Neckarpark Bad Cannstatt Die Volksbank investiert 70 Millionen Euro

Von Uli Nagel 

Die Volksbank Stuttgart eG investiert in die Zukunft – und zwar kräftig. Rund 70 Millionen Euro kosten die beiden Verwaltungsgebäude, die das Kreditinstitut zur Zeit von der Münchner Dibag an der Daimlerstraße errichten lässt.

Die Münchner Dibag baut momentan drei Verwaltungsgebäude an der Daimlerstraße. Das mittlere sowie das rechte Gebäude hat die Volksbank  Stuttgart gekauft. Foto: Dibag Industriebau AG
Die Münchner Dibag baut momentan drei Verwaltungsgebäude an der Daimlerstraße. Das mittlere sowie das rechte Gebäude hat die Volksbank Stuttgart gekauft. Foto: Dibag Industriebau AG

Bad Cannstatt - Bad Cannstatt - Die Volksbank Stuttgart investiert kräftig in die Zukunft. Rund 70 Millionen Euro kosten die beiden Verwaltungsgebäude, die das Kreditinstitut zur Zeit von der Münchner Dibag an der Daimlerstraße – gegenüber der Cannstatter Feuerwache – errichten lässt. „Die Arbeiten gehen zügig voran“, sagt der Vorstandsvorsitzende Hans R. Zeisl.

Er rechnet damit, dass das erste Gebäude für rund 400 Mitarbeiter, das von der Volksbank komplett belegt werden soll, Mitte 2019 fertig sein wird. Hier werden sechs Verwaltungsbereiche wie etwa Rechnungswesen, Controlling oder Marketing, die bisher in dem riesigen Geschäftsgebiet verteilt arbeiten, an einen Standort zusammengelegt. „Auch der komplette Vorstand wird von der Stuttgarter City in den Neckarpark umziehen“, so Zeisl. Der Standort Börsenstraße werde dann die Regionaldirektion für den Innenstadtbereich. Doch nicht nur die Chef-Etage wird künftig im Neckarpark arbeiten, auch die Volksbank Stuttgart Immobilien GmbH, die bisher in der König-Karl-Straße beheimatet ist.

Das zweite Gebäude wird von der Volksbank nur im Erdgeschoss belegt. Hier entsteht das Betriebsrestaurant sowie eine SB-Filiale, denn in dem Wohn- und Gewerbepark, der in den kommenden Jahren dort entsteht, sollen einmal mehr als 2000 Menschen wohnen. „Da macht eine Filiale Sinn“, so der Vorstandsvorsitzende. Die Büros in den Stockwerken darüber mit insgesamt etwa 300 Arbeitsplätzen sollen vermietet werden. Insgesamt entstehen auf fast 19 000 Quadratmetern Fläche mehr als 700 Arbeitsplätze in beiden Gebäuden.

Potenzielle Baugebiete mit einer entsprechenden Lage und Anbindung sind rar

Da aus den geologisch bekannten Gründen auf dem ehemaligen Cannstatter Güterbahnhof-Gelände nicht sehr tief gegraben werden kann, sind für beide Neubauten neben 150 Radabstellplätzen insgesamt nur 148 Autoparkplätze geplant. „Wir haben uns deshalb in dem Quartiersparkhaus, das die Stadt baut, ein Kontingent gesichert.“ Wie berichtet, sollen die Arbeiten dafür Ende des Jahres losgehen. Direkt an der neuen Benzstraße entsteht ein Gebäude mit 339 Autoparkplätzen sowie 300 Radstellplätzen samt Servicestation. Die Suche nach geeigneten Flächen, um sich baulich und verwaltungsintern fit für die Zukunft zu machen, dauerte einige Jahre. Denn bereits kurz nachdem die Volksbank Stuttgart mit der Volksbank Rems-Murr 2010 fusionierte, war den Verantwortlichen klar, dass mittelfristig Verwaltungsbereiche an einem Standort zusammengelegt werden müssen. Kein einfaches Unterfangen, denn potenzielle Baugebiete mit einer entsprechenden Lage und Anbindung sind in Stuttgart rar. Kurzfristig liebäugelte Zeisl auch mit einem großen Gebäude in Fellbach in der Nähe zur S-Bahn-Haltestelle. Doch die Pläne zerschlugen sich schnell, zumal die Stadt Stuttgart der Volksbank den Neckarpark empfahl. „Ich denke, ein hervorragender und vor allem sehr zentraler Standort für unsere künftige Hauptgeschäftsstelle“, ist sich der Vorstands-Chef sicher. Er liege quasi im Mittelpunkt des Geschäftsgebietes. Aber nicht nur baulich macht sich die Volksbank fit für die Zukunft. Stichwort Digitalisierung, denn die Zahl der Online-Aufträge ist 2017 von 63 auf 68 Millionen geklettert. Auch der Anteil der beleglosen Aufträge nehme zu und liege laut Zeisl heute bei 84 Prozent. Dennoch weiß der Vorstands-Chef, dass immer noch viele Volksbank-Kunden „ihre Filiale“ aufsuchen wollen: „Es werden immer weniger.“ Deshalb wurde auch die Filialzahl von 76 auf 70 reduziert. Stand heute gebe es 2018 aber keine Schließungen, allerdings werde die Auslastung vierteljährlich überprüft. Dass die Zahl der Mitarbeiter im Servicebereich weniger werden, liege auf der Hand, allerdings will die Volksbank in die Beratung investieren. „Wir bieten unseren Mitarbeitern, die daran Interesse haben, deshalb eine Fortbildung an.“

Sehr zufrieden zeigt sich Zeisl mit der Entwicklung der Mitgliederzahl, die bei der Volksbank „Bankiers“ genannt werden. Momentan liegt die bei 168 337, im Jahr 2020 sollen es 200 000 sein.

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