Neckarpark in Bad Cannstatt Ein Stadtzeichen mit Bedeutung ist geplant

Von Georg Linsenmann 

Im Neckarpark rollen schon bald die Bagger für den Bau der ersten Gewerbeimmobilien. Die Dibag Industriebau AG wird aktiv.

Auf der Brache hinter dem Werbebanner beginnt demnächst der Bau der ersten Gewerbeimmobilien des Neckarparks. Foto: Georg Linsenmann
Auf der Brache hinter dem Werbebanner beginnt demnächst der Bau der ersten Gewerbeimmobilien des Neckarparks. Foto: Georg Linsenmann

Bad Cannstatt - Mit den zum Jahreswechsel bezogenen 65 Wohnungen an der Reichenbachstraße, von der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) gebaut und vermietet, hat die Aufsiedlung des Neckarpark-Areals begonnen. Und nachdem kürzlich der Spatenstich für die Grüne Mitte erfolgte, ist auch der Einstieg in die öffentliche Freiraumgestaltung getan. Ein weiterer Schritt zur Entwicklung der 22 Hektar großen Brache des einstigen Güterbahnhof-Gebietes steht unmittelbar bevor: der Baubeginn für die ersten Gewerbeimmobilien im NeckarPark, die von der Dibag Industriebau AG realisiert werden: „Die Objekte sind beantragt. Wir erwarten Februar, März die Baugenehmigung, und dann werden wir schnell loslegen“, sagt Sebastian Kuhlen, im Konzernsitz in München der Leiter der Standort- und Projektentwicklung.

Bebauen wird die Dibag vier der insgesamt in 22 Quartier-Baufeldern durchnummerierten Grundstücksflächen: die nebeneinander befindlichen Areale Q1, Q4 und Q7 an der Daimlerstraße, außerdem das inzwischen ebenfalls erworbene Grundstück Q8 im Übergang zur Mercedesstraße, wo in direkter Nachbarschaft auch das neue Sportbad entstehen soll. „Wir befinden uns bereits voll in der Ablaufplanung“, sagt Sven Kübler von der Stuttgarter Dibag-Niederlassung. Das sei „relativ anspruchsvoll, denn wir werden hier drei Baustellen gleichzeitig haben“.

Entstehen werden hier also drei fünfgeschossige Büro- und Dienstleistungsgebäude mit insgesamt 23 000 Quadratmetern Nutzfläche. Mit der Fertigstellung rechnet Kübler „im ersten Quartal 2019“. Auf den Arealen 4 und 7 baut die Dibag für die Volksbank Stuttgart zwei schlüsselfertige Gebäude, auf Q1 ein Gebäude in eigenem Besitz und zur Vermietung. In Q1 ist nur noch das Obergeschoss zu haben, es gebe aber bereits Interessenten. Aus der bereits fixierten Vermietung der vier anderen Ebenen macht Kübler noch ein Geheimnis: „Es handelt sich um einen bundesweit tätigen Ingenieurdienstleister für die Automobilindustrie.“ Der arbeite „auch für Daimler, Porsche und Bosch“, befinde sich derzeit „am Rande von Stuttgart“. Mit der Niederlassung im Neckarpark ziehe der Mieter dann verschiedene Standorte zusammen. Das aber müsse erst noch „intern kommuniziert“ werden.

Der Entwurf stammt von Schwarz Architekten aus Feuerbach

Selbstredend sei die Dibag „glücklich, dass wir für die Volksbank bauen dürfen“. Gleichwohl hätte man sich „auch zugetraut, die Gebäude angesichts der aktuellen Marktsituation zu vermieten“. Zumal Cannstatt bisher „keine zusammenhängenden, großflächigen Bürogebäude“ bieten könne: „Der Bedarf ist aber da. Wir haben den Markt vorher genau sondiert.“

Entworfen wurden die Gebäude von Schwarz Architekten in Feuerbach. Den Vorhalt, dass die Gebäudehüllen nicht mehr als den gängigen „Stuttgarter Funktionalismus“ präsentierten, weist Kübler zurück: „Wir hatten harte Vorgaben, die detailliert mit der Stadt durchgearbeitet wurden. Maximale Flexibilität war hier nicht gegeben.“ Und falls das anders gewesen wäre? „Dann hätten wir wohl auch nicht vieles anders gemacht,“ betont Kübler. Im übrigen verteidigt er auch die Fassadengestaltung, bei der das mittlere Gebäude ein puristisches, quadratisches Raster zeigt: „Wir arbeiten mit unterschiedlichen Gliederungen und Bänderungen. Das ist durchaus abwechselnd und wurde in vielen kreativen Runden in Zusammenarbeit mit der Stadt erarbeitet.“

In Planung hat die Dibag außerdem ein Bürogebäude auf der Fläche Q8, das mit 20 000 Quadratmetern Nutzfläche fast soviel Raum bietet, wie die drei anderen Gebäude zusammen. An der Verkehrsverzweigung und am Eingang zum Neckarpark gelegen, kommt der Gebäudegestalt auch als eine Art Stadtzeichen eine besondere Bedeutung zu, weshalb es auch bis zu 25 Meter hoch werden soll.

Dazu verraten will Kübler aktuell nur soviel: „Es wird wohl ein zweiteiliger Baukörper werden.“ Im übrigen hofft er, dass bald Klarheit in Sachen Sportbad einkehre: „Für uns wäre von der Nutzung her wichtig zu wissen, ob wir das in der Umgebung einer Baustelle oder in einem entwickelten Gebiet realisieren können.“

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