Schon lange ist eine Erneuerung des Mittelteils der Pliensaubrücke im Gespräch. Denn der Abschnitt über dem Neckar ist marode und kann auch optisch nicht mehr punkten. Allerdings sind die bereits existierenden Pläne für einen Neubau rund 25 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß. Deshalb hat die Stadt eine Alternative erarbeiten lassen, die im Herbst auf große Zustimmung im Mobilitätsausschuss stieß. Inzwischen läuft die Ausschreibung für die Detailplanung – jetzt hat der Ausschuss der Verwaltung grünes Licht für die Vergabe der Planungsleistungen an den erstplatzierten Bieter gegeben. Noch im Mai soll dieser mit den Planungen beginnen, Ende des Jahres soll die Entwurfsplanung dann vorliegen.
Mittelteil als direkte, aber asymmetrische Verbindung geplant
In den früheren Plänen war ein seitlich versetzter Brückenabschnitt als Verbindung zwischen Steinbogenbrücke und Steg vorgesehen, der heute aber aus verschiedenen Gründen als überholt gilt. Stattdessen ist nun eine direkte, aber asymmetrische Verbindung geplant, die auf der Steinbogenbrücke nur aufliegt, während am Ufer auf der Seite der Innenstadt ein schlanker Pfeiler vorgesehen ist, der nach oben in eine Dreiecksform mündet. Die Kosten werden mit rund 12,6 Millionen Euro veranschlagt. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die neue Brückenmitte im Frühjahr 2027 fertig sein.
Auch die Adenauerbrücke ist höchst marode und müsste eigentlich rundum erneuert werden. Doch es ist noch unklar, ob eine Sanierung im Bestand, ein Abriss und Neubau an gleicher Stelle oder ein Neubau unmittelbar neben der bestehenden Brücke das Mittel der Wahl ist. Zudem kann das millionenschwere Mammutprojekt voraussichtlich ohnehin erst in zehn bis 15 Jahren umgesetzt werden. Damit die stark frequentierte Neckarquerung zwischen Oberesslingen und Berkheim bis dahin noch genutzt werden kann, wurden im vergangenen Jahr bereits Notstützen unter einem Brückengelenk angebracht, um das Bauwerk im Zweifelsfall abzusichern. Nun will man noch die Brückengeländer und die Beleuchtung erneuern und damit die Verkehrssicherheit auf der Brücke verbessern. Das soll voraussichtlich 2,6 Millionen Euro kosten.
Konkret sollen in den kommenden drei Jahren in drei Bauabschnitten die Geländer erneuert, erhöht und mit einem durchlaufenden Stahlseil versehen werden. Während derzeit die Geländer samt Lichtmasten auf den Gehwegen befestigt sind, sollen sie künftig außen an der Brücke angebracht werden – damit wird eine Verbreiterung der Gehwege erreicht.
Im ersten Bauabschnitt soll zwischen September und November dieses Jahres die östliche Brückenseite bearbeitet werden. Geplant ist eine Wanderbaustelle, auf der zwischen 9 und 15 Uhr gearbeitet und für die der rechte Fahrstreifen neben dem Gehweg abschnittsweise gesperrt wird. Auf den für den Verkehr kritischen Abschnitten sollen die Arbeiten auch nachts stattfinden – also etwa im Knotenbereich der B 10, an der Kreuzung zur Kurt-Schumacher-Straße sowie an den Abfahrtsrampen zur Ulmer Straße. Zeitweise wird der Zugang zur Neckarinsel für Fußgänger und Radler nicht über die Schleusenrampe möglich sein, sondern nur über eine Umleitung über den Holzsteg.
Stadt will Einschränkungen für den Verkehr auf Minimum reduzieren
Im zweiten Bauabschnitt soll im Jahr 2025 die westliche Brückenseite bearbeitet werden, im dritten Bauabschnitt 2026 sollen die Rampen zur Kurt-Schumacher-Straße und zur Ulmer Straße sowie die Schleusenrampe drankommen. Durch die drei Bauabschnitte können laut Stadtverwaltung die Einschränkungen für den Auto-, Rad- und Fußverkehr auf ein absolutes Minimum reduziert werden. So stehe etwa für Fußgänger und Radfahrer jeweils eine Brückenseite immer uneingeschränkt zur Verfügung.
Die Pläne an sich stießen im jüngsten Mobilitätsausschuss zwar auf Zustimmung, allerdings wünschten sich einige Stadträtinnen und Stadträte Verbesserungen für den Radverkehr. „Der Zugang zur Adenauerbrücke über die Spindeln ist schwierig für Radfahrer“, kritisierte der CDU-Fraktionschef Tim Hauser ebenso wie etwa Petra Schulz, beratendes Mitglied im Ausschuss. Tobias Hardt, der Fraktionsvorsitzende der Linken, plädierte zudem dafür, die Autospuren zugunsten von breiteren Radwegen zu reduzieren. Tiefbauamtsleiter Uwe Heinemann und Baubürgermeister Hans-Georg Sigel sagten daraufhin zu, Möglichkeiten der Verbesserung für den Radverkehr zu untersuchen und bald Informationen dazu zu liefern.
Arbeiten an der Adenauerbrücke
Geländer
Die Sanierung des Brückengeländers an der Adenauerbrücke ist laut Stadtverwaltung notwendig, weil es nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. Brückengeländer müssten mindestens 1,30 Meter hoch sein und über ein durchlaufendes Stahlseil im Handlauf verfügen. Das Geländer an der Adenauerbrücke sei aber nur einen Meter hoch und habe kein Stahlseil. Wolle man verhindern, dass die Stadt im Schadensfall in Haftung genommen werde, müsse man den Vorgaben nachkommen.
Weg
Im Zuge der Arbeiten soll der Geh- und Radweg auf die östliche Seite der Adenauerbrücke verlegt werden. Damit entfalle die Fahrbahnquerung von und nach Berkheim auf Höhe der B-10-Kreuzung und die Neckarinsel könne kreuzungsfrei erreicht werden, erklärt die Stadt.