Neckartenzlingen Eine Grillhütte für die Neckartenzlinger Feuerwehr aus dem 3D-Drucker

Die Basis der 3D-Grillhütte steht. Dach und Holzverkleidung folgen noch. Foto: Instatiq GmbH/oh

In Zusammenarbeit mit mehreren Firmen hat sich die Neckartenzlinger Feuerwehr eine Grillhütte „rausgelassen“ – und setzt damit ein innovatives Bauprojekt um.

Region: Andreas Pflüger (eas)

Auch wenn es noch nicht ganz fertig ist, so lässt sich doch bereits sagen, dass in Neckartenzlingen ein besonderes Bauprojekt erfolgreich umgesetzt wurde. Denn das, was jetzt noch fehlt, ist gewissermaßen Standard: Ein Dach muss auf die neue Grillhütte der Freiwilligen Feuerwehr drauf und ein bisschen Holzverkleidung an die Außenwände.

 

Für die Basis der Hütte wiederum – und das ist das Innovative an ihrer Entstehung – wurde nicht Stein auf Stein gesetzt oder gegossen, sondern gedruckt. Genauer gesagt sind die Wände mittels eines 3D-Betondruckverfahrens errichtet worden.

Mehrere Partner, ein gemeinsames Ziel

Gemeinsam realisiert wurde das Projekt von der Nelcon GmbH als ausführendem Bau- und 3D-Druckpartner, dem 3D-Betondrucktechnologie-Entwickler Instatiq, beide aus Stuttgart, dem Neckartailfinger Betonlieferanten Wenzelburger, der Reiff Bauunternehmung aus Neckartenzlingen sowie der örtlichen Feuerwehr als lokalem Partner und künftigem Nutzer.

Das Projekt zeigt aus Sicht der Beteiligten, „wie moderne Bauverfahren schon heute ganz praktisch eingesetzt werden können“. Digitale Planung, passende Materialien, innovative Drucktechnologie und die klassische Bauausführung seien hier erfolgreich miteinander verbunden worden – in einem ganz realen Projekt.

Der „Bau“ dauert nur einige wenige Stunden

Letztlich entstand das Bauwerk innerhalb weniger Druckstunden direkt an der Metzinger Straße. Gedruckt wurden dabei rund 42 Quadratmeter Wandfläche mit einem geschätzten Wandvolumen von etwa 10,5 Kubikmetern.

Im Mittelpunkt stand dabei die enge Zusammenarbeit der Beteiligten: Nelcon verantwortete die praktische Umsetzung auf der Baustelle. Instatiq, als Teil der Putzmeister Gruppe, stellte die Technologie für den mobilen 3D-Betondruck bereit. Wenzelburger lieferte einen herkömmlichen Transportbeton, dessen Konsistenz gezielt auf den 3D-Druck angepasst wurde. Die Firma Reiff brachte ihre Erfahrung aus dem klassischen Bauprozess ein. Und der „Einsatz“ der Feuerwehrleute war natürlich ebenfalls gefragt.

Gedruckt wurde live und direkt vor Ort

Ein besonderes Highlight des Baus war das Live-Druckevent, bei dem etliche Gäste den Druckprozess direkt vor Ort erleben konnten. Im Anschluss fand der Tag bei der Firma Putzmeister in Aichtal ihre Fortsetzung. Einhelliger Tenor: Das Projekt wurde nicht nur erfolgreich umgesetzt, sondern dient zugleich auch als anschauliches Beispiel für die praktische Anwendung des 3D-Betondrucks.

„Wir konnten in Neckartenzlingen direkt ,vor unserer Haustüre’ zeigen, dass 3D-Betondruck nicht nur Zukunftsmusik ist, sondern schon heute in realen Bauprojekten funktioniert“, war der Instatiq-CEO Markus Frasch insgesamt sehr zufrieden. „Und wir freuen uns, dass mit der neuen Grillhütte ein innovatives Projekt in Neckartenzlingen umgesetzt wurde, das auch über die Gemeinde hinaus Aufmerksamkeit erzeugt“, ergänzte Feuerwehrkommandant Volker Lohrmann. Praktisch realisiert wurde der 3D-Betondruck im kommunalen Umfeld damit schon mal. Das Ziel, die technische Machbarkeit im realen Bauablauf zu zeigen und ein innovatives Bauverfahren greifbar zu machen, ist also erreicht. Wann die ersten Steaks und heiße Rote die Grillhütte verlassen und wie sie schmecken, muss sich dagegen erst noch zeigen.

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