Neckarufer in Bad Cannstatt Die Anlegestelle am Mühlgrün wird umgebaut

Von Janey Schumacher 

Die Anlegestelle am Mühlgrün wird umgebaut. Doch ob künftig Passagiere ein- und aussteigen können, bleibt ungewiss.

Der Steg am Mühlgrün kann aus Sicherheitsgründen nicht für den Passagierverkehr genutzt werden Foto: /factum
Der Steg am Mühlgrün kann aus Sicherheitsgründen nicht für den Passagierverkehr genutzt werden Foto: /factum

Bad Cannstatt - Seit die Anlegestelle neben dem Theaterschiff am Mühlgrün vor eineinhalb Jahren fertiggestellt wurde, ist kein Fahrgast zu- oder ausgestiegen. Der Neckar-Käpt’n hatte die Nutzung der Anlegestelle für Passagiere zwar beantragt, dies wurde jedoch von der Verwaltung abgelehnt. Der Grund für das Verbot: Die Gäste sollten die Anlegestelle über den Dammweg erreichen und das birgt laut Stadt Gefahren. Denn der Weg ist auch Fahrradweg, weshalb Zusammenstöße zwischen Fahrradfahrern und Passagieren nicht ausgeschlossen werden können, teilt das Stadtplanungsamt mit.

Außerdem ist der Weg nicht beleuchtet, es gibt keine ausgewiesenen Haltestellen für Busse und keine Parkmöglichkeiten für die Passagiere, was wiederum gegen Passagierverkehr spricht. „Der Antrag war so nicht genehmigungsfähig, der Antragsteller verzichtete daraufhin auf den beantragten Passagierverkehr“, sagt Ann-Katrin Keicher, Sprecherin der Stadt.

Das soll sich bald ändern: Damit künftig Passagiere an der Anlegestelle am Mühlgrün ein- und aussteigen können, hat sich der Bezirksbeirat eingeschaltet. Aus dem Budget werden 15 000 Euro für die Umgestaltung des Anlegers bereitgestellt, damit dieser den städtischen Vorschriften entspricht und ein erneuter Antrag des Neckar-Käpt’n bessere Chancen auf Genehmigung hat.

Ein Einstieg der Fahrgäste an dieser Stelle ist für die Altstadt Bad Cannstatt, die Fahrgäste und für den Schifffahrtsbetreiber ein großer Fortschritt, begründet das Gremium die finanzielle Unterstützung.

Von dem Geld werden die Treppen und der Weg saniert, sodass die Strecke zur Anlegestelle besser mit Rollatoren oder Rollstühlen befahrbar ist. Dafür werden Mitarbeiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts unter anderem den grasbewachsenen Bereich befestigen und ein Geländer an der Treppe anbringen. „So ist ein sicheres Begehen der Treppe zwischen Anlegestelle und Radweg möglich“, sagt Keicher. Die Umgestaltung soll im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. Wann mit den Arbeiten begonnen wird, steht noch nicht fest.

Neckar-Käpt’n Wolfgang Thie freut sich über die Unterstützung durch den Bezirksbeirat und darauf, „den Bereich hoffentlich bald beleben zu können“. Dafür muss jedoch erst ein erneuter Antrag eingereicht werden. Gibt die Verwaltung grünes Licht, kann die Anlegestelle als Zustieg genutzt werden.

Ein weiterer Knackpunkt bei der Genehmigung könnte die Begrenzung der Fahrgastzahl sein. Dies ist aus Sicht des Neckar-Käpt’n Wolfgang Thie „nur schwierig möglich“ und nicht unbedingt notwendig, da ohnehin nur eine bestimmte Anzahl an Passagieren an Bord Platz habe. Er ist zudem über die Auflagen der Stadtverwaltung verwundert, habe es doch bereits im Jahr 2008 – vor dem Bau der Anlegestelle – Abstimmungen mit der Stadt und den entsprechenden Ämtern gegeben.

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