Neckarwelle für Stuttgart Eine Surfwelle auf dem Neckar wäre machbar

Von nay 

Der Verein Neckarwelle hat im Auftrag der Stadt eine Machbarkeitsstudie für eine Surfwelle in Untertürkheim durchgeführt. Die Kosten schätzt der Verein auf rund 4,2 Millionen Euro.

Erstes Probepaddeln auf dem Neckar: Vor zwei Jahren hat eine Gruppe surfbegeisterter Stuttgarter erstmals in Untertürkheim ihre Idee für eine Flusswelle auf dem Neckar vorgestellt. Foto: Lichtgut - Oliver Willikonsky
Erstes Probepaddeln auf dem Neckar: Vor zwei Jahren hat eine Gruppe surfbegeisterter Stuttgarter erstmals in Untertürkheim ihre Idee für eine Flusswelle auf dem Neckar vorgestellt. Foto: Lichtgut - Oliver Willikonsky

Stuttgart - Der Verein Neckarwelle plant auf einem Seitenarm des Neckars in Untertürkeim eine Flusssurfwelle. Im Sportausschuss haben die Vorstände Matthias Bauer und Volker Sellmeier nun die Ergebnisse ihrer Machbarkeitsstudie vorgestellt. In den verschiedenen Untersuchungen habe sich ergeben, dass einer Realisierung der Flusswelle nichts im Wege stehen würde, sagte Matthias Bauer. Lediglich das Landesgesundheitsamt bemängelte die Wasserqualität an der Stelle und rät deshalb weiterhin von Freizeitaktivitäten im Neckar ab. Der Verein hat aber auch dazu schon erste Ideen für bauliche und organisatorische Schutzmaßnahmen ausgearbeitet.

Die Gesamtkosten würden sich auf rund 4,2 Millionen Euro belaufen

Die Kosten für die Neckarwelle belaufen sich nach den Berechnungen des Vereins auf rund 2,4 Millionen Euro für den alleinigen Bau der Welle. Dazu kämen Baunebenkosten in Höhe von etwa 715 000 Euro sowie 457 600 Euro für die Erschließung der Umgebung. So plant der Verein Sanitäranlagen im Inselbad, eine Terrasse und Zugänge zur Welle. Insgesamt beliefen sich die Investitionskosten für die Neckarwelle also auf rund 3,57 Millionen Euro, brutto wären dies rund 4,2 Millionen. Die jährlichen Betriebskosten würden sich auf etwa 135 000 Euro belaufen. Diese will der Verein aber aus den Mitgliedsbeiträgen stemmen.

Im Dezember 2017 hat der Verein Neckarwelle dem Sportausschuss erstmals die konkreten Pläne für eine Neckarwelle vorgestellt. Die Stadt Stuttgart stellte dann die nötigen Finanzmittel in Höhe von 93 000 Euro für die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Verfügung. Der Verein hat diese nun in Kooperation mit Planern, Gutachtern und Behörden der Stadt untersucht.

Hier wird die Neckarwelle geplant:

Alle Fraktionen loben das Projekt – manche Stadträte kritisieren jedoch die hohen Kosten

Im nächsten Schritt müsste nun der Gemeinderat Anfang 2019 Planungsmittel in Höhe von rund 452 000 Euro für das Genehmigungs- und Realisierungsverfahren bewilligen – außerplanmäßig. Denn im derzeit laufenden Doppelhaushalt sind die Mittel nicht enthalten.

Die Mitglieder des Vereins Neckarwelle um den Sprecher Volker Sellmeier sehen ihr Projekt als Gewinn für die Stadt, vor allem aber auch für den Stadtbezirk Untertürkheim. So betonte Sellmeier, die Welle könnte die Idee von einer Stadt am Fluss weitervoranbringen. Ebenso wäre die Welle natürlich auch ein „Tourismusmagnet“.

So funktioniert die Neckarwelle:

Vor allem das große Engagement und die Professionalität des Vereins stießen bei den Stadträten im Sportausschuss auf große Begeisterung. Besonders die Grünen und die SPD unterstützen den Bau einer Surfwelle für Stuttgart. Andere Stadträte kritisierten aber auch die hohen Kosten. Das müsse man „kritisch hinterfragen“, sagte zum Beispiel Cornelius Kübler von der CDU.

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