Neckarwestheim Atomgegner auf AKW-Kühlturm

Von dpa/lsw 

Mehrere Greenpeace-Aktivisten sind am frühen Montagmorgen auf den großen Kühlturm des Atomkraftwerks Neckarwestheim geklettert.

 Foto: dapd
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Neckarwestheim - Greenpeace-Aktivisten sind am frühen Montagmorgen auf den großen Kühlturm des Atomkraftwerks Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) geklettert. Dort entrollten sie ein großes Transparent mit einem Totenkopf-Zeichen und malten außerdem einen Totenkopf sowie den Spruch "Atomkraft schadet dem Ländle" direkt an die Wand des Turmes. Nach Angaben der Polizei hatten sich 28 Demonstranten am Kühlturm festgekettet. Es dauerte Stunden, sie nach und nach loszuschneiden und nach unten zu bringen. Ein Mitarbeiter des Kraftwerkes wurde bei der Greenpeace-Aktion leicht verletzt.

Weitere Aktivisten hatten sich am Fuß des Turms versammelt. Insgesamt seien 52 Atom-Gegner vorübergehend festgenommen worden: Zum Teil, weil sie sich nicht ausweisen konnten, zum Teil wegen Hausfriedensbruch, sagte eine Polizeisprecherin. An der Aktion beteiligt waren nach Angaben eines Greenpeace-Sprechers rund 70 Aktivisten.

Greenpeace fordert die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerks, da es unsicher und veraltet sei. In der vergangenen Woche hatte die Umweltschutzorganisation der baden-württembergischen Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) vorgeworfen, notwendige Sicherheitsnachrüstungen des Reaktors zu verschleppen.

Ein Sprecher des Kraftwerkbetreibers EnBW kritisierte die Aktion: "Es ist ein weiterer untauglicher Versuch von Greenpeace, das Kernkraftwerk Neckarwestheim in der Öffentlichkeit zu diskreditieren." Dem Meiler sei von Experten wiederholt ein hohes Sicherheitsniveau bescheinigt worden.