Negativpreis für Stuttgarter Modehaus Breuninger Heftiger Streit um Pelz-Verkauf

Von Uwe Bogen 

Der Streit um Pelze spitzt sich zu. Das Deutsche Tierschutzbüro hat Breuninger als „herzlosestes Unternehmen“ einen Negativpreis zugesprochen. Das Modehaus erklärt, streng auf die Einhaltung gesetzlicher Pflichten zu achten.

„Lieber nackt als Pelz tragen“, sagen die Tierschützer, die vor einigen Tagen vor Breuninger in Stuttgart demonstriert haben. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur-Stuttgart
„Lieber nackt als Pelz tragen“, sagen die Tierschützer, die vor einigen Tagen vor Breuninger in Stuttgart demonstriert haben. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur-Stuttgart

Stuttgart - Weil das Kaufhaus Breuninger Pelze nicht aus seinem Sortiment nimmt, wird es vom Deutschen Tierschutzbüro mit Sitz in Berlin als das „herzloseste Unternehmen“ des Landes angeprangert. Zum ersten Mal wird der Negativpreis „verliehen“, was nach einem Bericht bei tagesschau.de bundesweit für heftige Debatten im Netz mit über 1800 Facebook-Kommentaren gesorgt hat. Als Reaktion auf die Flut an Meinungsbeiträgen fügte die Redaktion von tagesschau.de ein Update bei ihrem Facebook-Post hinzu: „Es handelt sich um einen symbolischen Preis, der vom Vorstand des Deutschen Tierschutzbüros bestimmt wird.“

„Die Produktion der Pelze ist nachweislich mit enormer Tierquälerei verbunden“, erklärte Jan Peifer vom Tierschutzbüro, „weshalb viele Firmen wie Armani, Hugo Boss und Zara aus dem Pelzhandel ausgestiegen sind.“ Am Donnerstag werde man in Reutlingen und am Freitag in Stuttgart vor Breuninger-Häusern demonstrieren. Unter dem Motto „Lieber nackt als Pelz tragen“ war bereits vor der Karlspassage am Stammsitz des Unternehmens protestiert worden.

Breuninger weist Kritik zurück

Breuninger-Sprecher Christian Witt bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass sein Unternehmen Pelze verkauft, aber nur als Kleidungsteile wie Mützenbommel. Gleichwohl erklärte er: „Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst und achten streng bei Eigenmarken als auch bei Lieferanten auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bezüglich Herstellung, Qualität und Herkunft sowie Kennzeichnungspflicht.“ Zu der Frage, ob bei Breuninger Pelze aus Tierfarmen in China verkauft werden, wo nach einem Bericht von Spiegel-Online besonders grausame Methoden angewandt werden, gab es von dem Unternehmen keine Stellungnahme.

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