Neidlingen Mit Alpinskiern über die Schanze

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Das Skirennen um den Neidlinger Reußensteinpokal fällt in diesem Jahr wegen Schneemangels wohl flach. Hoch hinaus geht es dafür aber am Samstag beim Skispringen am Edelwang.

Zahlreiche Helfer, darunter auch die Feuerwehr, präparieren die Piste, damit sie bis zum Wochenende hält. Foto: Sebastian Stolz 7 Bilder
Zahlreiche Helfer, darunter auch die Feuerwehr, präparieren die Piste, damit sie bis zum Wochenende hält. Foto: Sebastian Stolz

Neidlingen - Der Neidlinger Schanzenrekord liegt bei 29 Metern. Das hört sich nach nicht besonders viel an. Doch der vermeintliche Hupfer ist tatsächlich ein ordentlicher Satz, bedenkt man, dass für das traditionelle Skispringen auf der Ernst Ruoß Gedächtnisschanze nicht die Sprung-, sondern die Alpinskier angeschnallt werden. Am nächsten Wochenende ist es erstmals seit 2010 wieder so weit. Die Wintersportabteilung des TV Neidlingen lädt für Samstag, 3. März, zum offenen Springen für jedermann ein.

Schnee wird von umliegenden Feldern zur Schanze gebracht

„Der Schnee und die kalten Temperaturen sollten ausreichen, um nach einigen Jahren Pause dieses Event wieder aufleben zu lassen“, sagt Daniela Ambacher vom TV Neidlingen. Von einer weißen Pracht kann in diesem Jahr zwar nicht die Rede sein. Doch fleißige Helfer haben am Wochenende den spärlich vorhandenen Schnee von den umliegenden Feldern zusammengekratzt und zur kleinen Schanze am Staatsweg gebracht – nur wenige Meter von der Stelle entfernt, von der aus normalerweise das Skirennen um den Reußensteinpokal gestartet wird. Eigentlich hätte der Riesenslalom auch in diesem Winter stattfinden sollen. Doch der fehlende Schnee hat den Organisatoren bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daniela Ambacher hat wenig Hoffnung, dass es mit dem Alpin-Wettbewerb doch noch klappt. Umso wichtiger ist es dem Verein, dass wenigstens das Skispringen über die Bühne gehen kann.

Dafür geben die Verantwortlichen unter dem Reußenstein alles. Mit Unterstützung der Feuerwehr haben Freiwillige den Hang zu einer festen Piste präpariert. Nach dem Auftragen einer Schneeschicht ist diese mit Wasser aus Feuerwehrschläuchen befeuchtet worden. Dann haben Helfer auf Skiern die Schneedecke festgetrampelt.

Eine neue Pistenraupe kommt zum Einsatz

Und so ist Schicht für Schicht aufgetragen worden, der Frost der vergangenen Tage hat für Stabilität gesorgt. Zwar soll es zum Wochenende wieder milder werden, doch die Piste sollte bis zum Wettbewerb „halten“, zumal sich der Hang in schattiger Lage befindet, so Ambacher. Bei der Präparierung ist übrigens auch die neue Pistenraupe des TV Neidlingen zum Einsatz gekommen. Der Esslinger Landrat Heinz Eininger wird das Kettenfahrzeug am Wochenende offiziell übergeben.

Das offene Springen beginnt am Samstag um 13 Uhr. Wer es sich zutraut, kann sich anmelden und mitmachen. Für den Freitag ist für jüngere Teilnehmer nachmittags noch ein Training angesetzt. Am Samstag dann wird es vor dem eigentlichen Wettbewerb ein Probespringen geben. Die ersten Meldungen sind laut Daniela Ambacher schon eingegangen. Die Organisatoren hoffen auf mindestens 20 Wagemutige, je mehr desto besser. Abhängig von der Teilnehmerzahl ist auch die Anzahl der Durchgänge. Gedacht ist an zwei bis drei Wertungssprünge. „Wir wollen den Zuschauern auf jeden Fall etwas bieten“, sagt Daniela Ambacher.

Nach dem Springen gibt es eine Party im beheizten Zelt

Für Speisen und Getränke ist auch gesorgt. Und nach dem Springen steigt die Edelwang-Party im beheizten Zelt. Das Eröffnungsspringen am Edelwang fand im Jahr 1952 statt. Das in der Folge unter dem Namen „Kirschwasserspringen“ populäre Spektakel zog regelmäßig um die 1000 Zuschauer an. Später wurde daraus der „Sprung- und Abfahrtlauf um den Reußensteinpokal“, vormittags wurde der Abfahrtslauf vom Burzkopf gestartet, und nachmittags dann das Schanzenspringen.