Nellinger spenden für die Ukraine Hilfstransport mit Fenstern des Luther-Hauses

Manfred und sein Sohn Markus Bretschneider bauen die Fenster aus. Foto: Ines Rudel

Das Martin-Luther-Haus in Nellingen wird abgerissen. Fenster und Kücheneinrichtung spenden die evangelischen Christen für einen Hilfstransport in die Ukraine.

Reporterin: Elisabeth Maier (eli)

Das Martin-Luther-Gemeindehaus in Nellingen wird abgerissen. Dort baut der Verein Heimstatt neben dem Pfarrhaus der evangelischen Kirche Wohnungen für Obdachlose. Damit die neuwertigen Fenster und weitere Einrichtungsgegenstände nicht verschwendet werden, spenden die Christen diese an bedürftige Menschen in der Ukraine. „Für uns ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema“, sagt Manfred Bretschneider, Vorsitzender des Kirchengemeinderats Nellingen, Parksiedlung und Scharnhauser Park.

 

Die wertvollen Fenster und Kücheneinrichtungen einfach zu entsorgen, das käme für ihn nicht in Frage. Dass künftig auf dem Areal des alten Gemeindehauses betreute Wohnungen für Menschen entstehen, die lange auf der Straße gelebt haben, ist für Bretschneider ein Gewinn. „Die Menschen leben künftig in unserer Mitte.“ In dem neuen Gebäude sind auch Sozialarbeiter präsent, die die Bewohnerinnen und Bewohner in ihr neues Leben begleiten. Das Pfarrhaus in Nellingen bleibt bestehen und wird ab Herbst von der neuen Pfarrerin und ihrer Familie bewohnt, die dann ihren Dienst in der Gemeinde antritt.

Viel Eigenarbeit vor dem Abriss

Den Abriss des alten Gemeindehauses haben die evangelischen Christen mit viel Eigenarbeit vorbereitet. „Wir sind glücklich, dass wir 19 Fenster, die Eingangstüre und die Einbauküchen an die Menschen spenden können, die ihre Wohnungen im Krieg verloren haben“, sagt Bretschneider. Der handwerklich begabte Vorsitzende des Kirchengemeinderats packte selbst beim Ausbau der Fenster mit an. Auch sein Sohn Markus hat mitgeholfen. Die Firma Fees hat die engagierten Christen beim Ausbau der Küchengeräte fachkundig unterstützt.

Abgeholt wurden die wertvollen Hilfsgüter von Ulrich Hirsch und seinem Hilfstransport vom Gustav-Adolf-Werk. „Das war bereits unser 18. Hilfstransport“, sagt Hirsch, der 17 Jahre lang den württembergischen Zweig des Gustav-Adolf-Werks geleitet hat. Seit 2017 ist der Diakon im Ruhestand. Menschen in Not in anderen Ländern zu helfen, ist ihm aber weiterhin ein Anliegen. Deshalb organisiert er die Hilfstransporte. Weil Hirsch die Begebenheiten vor Ort durch eigene Reisen gut kennt, weiß er, wo die Hilfe am nötigsten gebraucht wird. „Es ist kaum vorstellbar, was alles ausgemustert wird.“ Da denkt der Diakon zum Beispiel an fast neuwertige Schulmöbel, die nun in der Ukraine Kindern helfen, deren Schulhäuser zerbombt worden sind. Gespendet hat auch die Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden-Echterdingen. Das Gustav-Adolf-Werk ist nach dem schwedischen König benannt, der im 17. Jahrhundert für die Glaubensfreiheit stritt. Das Diasporawerk der evangelischen Kirche setzt sich für Minderheitsgemeinden im Ausland ein.

International vernetzte Hilfstransporte

Durch seine langjährigen internationalen Kontakte stellt Ulrich Hirsch sicher, dass die Hilfsgüter auch bei den bedürftigen Menschen in der Ukraine ankommen. Er ist bestens in Europa und darüber hinaus vernetzt. „Wir bringen die Transporte an die ungarische Grenze in Barabás“, berichtet der Sachsenheimer. Von dort werden sie dann von Partnern vor Ort an die Menschen ausgeliefert, die von den Zerstörungen des russischen Angriffskriegs betroffen sind. Die Ladeaktionen werden jeweils begleitet von einem Friedensgebet. „Es ist schön, dass wir den Christen in der Ukraine helfen können“, spricht Manfred Bretschneider für seine Gemeindemitglieder.

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